Das 73. Literaturblatt ist in Arbeit.

„Das Literaturblatt von Gallus Frei-Tomic ist ein Ort, der für ein Lesen steht, das einerseits am Verschwinden ist, andererseits immer größere Bedeutung innerhalb unserer bedrohten demokratischen Gesellschaften bekommt. Es ist ein Lesen wider die Narrative.“ Martin Prinz, Schriftsteller 

«Manche Bücher schaffen es auch auf eins der Literaturblätter, auf denen er bereits seit 2011 jeweils vier Neuerscheinungen bespricht. In Schnürlischrift! Handgezeichnet! Kugelschreiber auf Papier! Old School per Post reisen diese beständigen Rezensionsobjekte an ihr Ziel.» aus der Laudatio zum A*dS Preis 2026

„Eben ist das aktuelle und zum Glück noch analoge Literaturblatt bei mir angekommen – ein Nachbar hat es mir in den Briefkasten geworfen, fälschlicherweise lag es bei ihm im Briefkasten. Kommt hier öfter mal vor. Schön ist Dein Literaturblatt geworden mit dem Apfel in der Mitte, ästhetisch sehr ansprechend, und besonders freut mich auch, dass Markus Bundi mit seinem schmalen Bändchen „Hayo“ dabei ist, das auch mir ein großes Lesevergnügen bereitet hatte. Ganz herzlichen Dank!“ Jürg Beeler, Schriftsteller

„Literatur auf dem Literaturblatt ist eine besondere Form der Sichtbarkeit von Büchern und eine Wertschätzung gegenüber Autorinnen, Autoren und Verlagen. Jedes Literaturblatt ist ein Kleinod, das mit viel Liebe zur Sprache von Gallus Frei gestaltet wird.“ Thomas Knapp, Verleger

„Der springende Punkt? – Vom Kopf in die Welt führt immer die Hand. Gibt es einmal die Handschrift nicht mehr, haben wir fast alles wieder verloren … ausser den Literaturblättern von Gallus Frei. Die werden uns am Leben halten.“ Markus Bundi, Schriftsteller, Verleger, Herausgeber

literaturblatt unterstützen 

Zierde an einer Wand

Braucht Literatur Idealismus?

Man muss für sein Buch, für sein Schreiben kämpfen, hält Gallus Frei-Tomic auf seiner Website literaturblatt.ch fest.

Wahrer könnte dieser Gedanke nicht sein, leben wir doch zunehmend in einer Zeit, in der Kultur und insbesondere Literatur immer mehr marginalisiert werden, da sie keinen «Return on Investment» und Gewinn bringen, ja ein Verlustgeschäft darstellen in einer Konsumgesellschaft, in der man immer weniger willig ist, zu denken und immer mehr auf Besitz von materiellen Gütern ausgerichtet ist.

Zum Glück gibt es sie dennoch, diese exotische, langsam aussterbende Spezies der Literaturverliebten, bestehend aus Lesenden, Schreibenden, Verlegenden und Literaturvermittelnden. Eine Handvoll Idealistinnen und Idealisten, die man heutzutage ruhig zu «Verrückten» erklären könnte.

Was aber bedeutet genau «verrückt»? Das deutsche Wort «verrückt» denkt nicht an Krankheit. Es stellt eine Raummetapher der Verschiebung dar: etwas ist disloziert, hat einen unkonventionellen Platz eingenommen, hat seine ursprüngliche Lage verändert. In der Zeit des Wertezerfalls und der neuen Wert- und Weltordnung erscheinen literaturliebende Idealistinnen und Idealisten tatsächlich als «Verrückte». Denn sie kämpfen dafür, dass durch das Lesen, Schreiben und die Vermittlung von Texten in der Trump-Ära die Fähigkeit des Menschen, sich mit komplexen Inhalten auseinanderzusetzen und zu denken nicht verloren geht. Waren es nicht immer die Verrückten, die durch geschriebene Texte die menschliche Entwicklung und den Fortschritt entscheidend vorangetrieben haben?

Auch wenn heute die Zukunft des Buches immer unklarer wird, scheint es unbestritten weiterhin ein paar wenige Enthusiastinnen und Enthusiasten zu geben, die sich unbezahlbar und unbezahlt als einsame Kämpferinnen und Kämpfer auf weiter Flur für das geschriebene Wort mit aller Kraft und Energie einsetzen und somit der drohenden wirtschaftlichen neoliberalen Kulturzerstörung die Stirn bieten.

Gallus Frei-Tomic zählt zu diesen literaturliebenden idealistischen Enthusiasten, die ihr gesamtes Schaffen in die Unvergänglichkeit der Literatur investieren. Wie unermüdlich seine Arbeit in den vergangenen 10 Jahren war, zeigen die 2000 Beiträge als freier Literaturkritiker, die zahlreichen Veranstaltungen, bei denen er mitgewirkt oder die er selbst organisiert hat, die Rückmeldungen von namhaften Schriftstellerinnen und Schriftstellern auf literaturblatt.ch, die Pressestimmen.

Alles, was die Kulturentwicklung fördert, arbeitet auch gegen den Krieg, hatte einst Sigmund Freud gesagt. Und dieser Gedanke erscheint heute aktueller denn je. Zur Kulturentwicklung gehört aber unbedingt auch Literatur. Denn Literatur vermittelt Werte, dient der Entwicklung von Mitgefühl und Empathie, Literatur lehrt uns zu lieben. In diesem Sinn ist Literaturvermittlung, so wie Gallus Frei-Tomic sie betreibt und als kulturpolitischen Beitrag einsetzt, unentbehrlich.

Evelina Jecker Lambreva, Schriftstellerin, Psychiaterin und Psychotherapeutin

«Die Literaturrunde» von Tele D vom 2. September 2026

Besprochen wurden «Vertraute Gespenster» von Anna Ruchat (Limmat), «Lachen kann, wer Zähne hat» von Zyta Rudzk (Friedenauer Presse) und «Zeiten erhöhter Gefahr» von Julia von Lucadou (Hanser).

Miteinander gesprochen haben Ariane Novel (Co-Leiterin Wortlaut Literaturfestival St. Gallen), Jeanette Bergner (Moderation) und Gallus Frei (literaturblatt.ch).

Link zu Sendung hier

«Die Literaturrunde» – über die Tiefen in der Familie

Tele D ist seit 1985 unter dem Namen Lokalfernsehen Diessenhofen bekannt, eine Stiftung, die sich der Herstellung und Ausstrahlung von Sendungen, die lokale und regionale Themen und Interessen abdecken, zur Aufgabe macht. Literatur ist dabei ein fester Bestandteil.

Tele D erreicht seit Frühling 2014 mit seinem vielfältigen Programm die gesamte Deutschschweiz in den Kabelnetzen der UPC Schweiz, der Swisscom und DCG Digital Cable Group.

21. März 2026 „Die Literaturrunde“ auf TeleD mit Moderatorin Jeanette Bergner und dem Schriftsteller Peter Höner

Die besprochenen Bücher:

Jürg Beeler «Josef Lauterbachs Reise nach Flätz», Knapp, 2026, 178 Seiten, ISBN 978-3-907334-46-1

Jürg Beeler «Josef Lautenbachers Reise nach Flätz», Knapp Verlag
Josef Lautenbacher, seit Kurzem im Ruhestand, wähnt sich von seiner Frau kontrolliert und gegängelt. Verzweifelt versucht er, ihr zu entkommen. Nicht alle seiner oft komischen Versuche gelingen, selbst die Flucht in eine benachbarte Stadt verhindert nicht, dass die besorgte Ehefrau ihn findet. 
Im Bahnhofbuffet von Nimmerach, einer Kleinstadt am Jura-Südfuss, findet er einen Rückzugsort. In diesem «Kurort für Geist und Seele» vollzieht sich seine Wandlung vom ehemaligen Buchhändler, der täglich von Weltliteratur umgeben gewesen war, zum Schriftsteller. Je grösser die räumliche Entfernung von Luise, seiner Frau, desto schärfer und unerbittlicher arbeitet sein Verstand, wie er festzustellen glaubt. 

Yuko Kuhn «Onigiri», Hanser Berlin, 2025, 208 Seiten, ISBN 978-3-446-28311-4

Yuko Kuhn «Onigiri», Hanser Berlin
Als Aki erfährt, dass ihre Großmutter gestorben ist, bucht sie zwei Flüge. Ein letztes Mal will sie ihre Mutter zu ihrer Familie in Japan bringen, auch wenn sie weiß, wie riskant es ist, einen dementen Menschen aus der gewohnten Umgebung zu reißen. Und wirklich hat sie Keiko noch nie so verloren erlebt wie in der ersten Nacht im Hotel. Doch dann sitzen sie beim Essen im alten Elternhaus, und plötzlich spricht sie, die so still geworden ist, fröhlich und klar für sich selbst. Erst auf dieser Reise erkennt Aki in ihrer Mutter die mutige und lebenshungrige Frau, die sie einmal war, bevor sich in Deutschland diese große, für Aki so bedrohliche Müdigkeit über sie legte. Mit sanfter Klarheit lässt Yuko Kuhn die faszinierende Geschichte einer deutsch-japanischen Familie entstehen, die zwischen den Kulturen verloren geht und sich neu findet.

Ruth Bollinger «Elsas Alben», Verlag am Platz, 2025, 285 Seiten, ISBN 978-3-908609-20-9

Ruth Bollinger «Elsas Alben», Verlag am Platz
Die junge Elsa glaubt an den Sozialismus und an die Liebe. Sie ist noch nicht 20-jährig, als sie, aus Böhmen stammend, im Jahr 1912 nach Schaffhausen kommt und hier einen jungen Tschechen, Karel, heiratet. Noch steht die Zukunft verheissungsvoll bevor, noch ist in der Arbeiterklasse die Überzeugung verbreitet, dass die sozialistischen Führer Europas den Kriegstreibern das Handwerk legen werden, und der Sozialismus nur eine Frage der Zeit sei. Der Roman zeigt das Leben einer Arbeiterfrau, die nicht einen bekannten Namen führt, jedoch stets darum bemüht ist, ihr Leben im Einklang mit ihrer sozialistischen Überzeugung zu leben.

Hier geht’s zu Sendung.

1. A*dS Preis – Was für eine Ehre

Liebe Anwesende, lieber Gallus Frei

Dürfte ich eine Diagnose stellen, würde ich sagen: Gallus Frei ist ein Buchverrückter. Möglicherweise sind wir das in diesem Saal alle mehr oder weniger, aber bei ihm ist die Ausprägung extrem.
Stellen wir uns Gallus Frei am gedeckten Tisch vor: Bücher gehören zu seiner täglichen Nahrung. Er liest sie, verdaut sie und verstaut sie in massgefertigten Regalen.
Ist die Phase der Nahrungsaufnahme – das schlichte Lesen – vorbei, rezensiert er die Bücher, führt Interviews mit den Autor:innen und veröffentlicht seine Gedanken auf dem Blog seiner Website literaturblatt.ch.
Seit zehn Jahren schon!
Manche Bücher schaffen es auch auf eins der Literaturblätter, auf denen er bereits seit 2011 jeweils vier Neuerscheinungen bespricht.
In Schnürlischrift! Handgezeichnet! Kugelschreiber auf Papier!
Pro Jahr verschickt Gallus Frei fünf bis sechs Ausgaben an seine Abonnent:innen.
Old School per Post reisen diese beständigen Rezensionsobjekte an ihr Ziel.

Wir wissen alle, dass in den herkömmlichen Medien immer weniger Platz für Buchbesprechungen zur Verfügung steht. Wie gut, dass Gallus Frei so viele Schweizerische und internationale Neuerscheinungen sichtbar macht: leidenschaftlich, wort- und bildreich. Mit seinem Blog begleitete er in den vergangenen Jahren nicht nur diverse Literaturfestivals, sondern während vier Jahren auch den Schweizer Buchpreis.

Aber Gallus Frei ist nicht nur Büchergourmet, sondern auch Gastgeber. An seinem Tisch in Amriswil vereint er Lesezirkel und Autor:innen; vier Jahre lang verantwortete er das Programm des Literaturhauses Thurgau, und seit 2024 leitet er zusammen mit Ariane Novel das St. Galler Literaturfestival Wortlaut.
Apropos Literaturhaus Thurgau: Raten Sie, wer dort die Bücher aus ihren Vitrinen befreite und für sie passende Regale baute? –

Gallus Frei kann fast alles. Vielleicht hat das mit seinem Brotberuf Primarlehrer zu tun. Herausragend ist seine Leidenschaft, sein Tempo, sein von Ideen brutzelnder Kopf, sein nicht versiegender Lesehunger und seine Freude am Kontakt mit den Literaturschaffenden. Und wir freuen uns, wenn unsere Bücher ihm in die Hände fallen.

Wir danken Gallus Frei für seinen wertvollen Einsatz für die Literatur und gratulieren herzlich zum ersten A*dS-Preis.

Laudatio: Eva Roth


Beitragsbild © Philipp Neff schliff.ch

Das 69. Literaturblatt ist bereit für den Versand an Abonnent*innen

Vielen herzlichen Dank für die vielen schönen und aufmunternden Rückmeldungen. Wie immer nach mehr als 2 Jahren erbitte ich für die kommenden 10 Nummern einen Beitrag zur Unterstützung der Literaturblätter und der dazugehörigen Literaturvermittlung. 

Sicken Sie Ihre Postanschrift an
info[at]literaturblatt.ch!

Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen die kommenden 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 5 – 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 5 – 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (5 – 6 pro Jahr), also etwa zwei Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

Kontoangaben: 
Literaturport Amriswil, Gallus Frei-Tomic, Maihaldenstrasse 11, 8580 Amriswil
Raiffeisenbank, Kirchstrasse 13, 8580 Amriswil
CH05 8080 8002 7947 0833 6
ID (BC-Nr.): 80808
SWIFT-BIC: RAIFCH22

Seit Januar 2022 ist das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar prominenter Abonnement des Literaturblatts!

«Besten Dank für dein Literaturblatt Nr. 68. Was für eine schöne Überraschung.» Marianne

«So ein wunderschönes Literaturblatt, ganz herzlichen Dank dafür! Es findet in meiner Wohnung sicher einen besonderen Platz. Die Literaturblätter sind kleine Kunstwerke. Es ist eine ganz besondere Ehre, auf einem dieser wunderbaren Blätter verewigt worden zu sein.» Thea Mengeler

«Endlich habe ich das Literaturblatt 68 in Händen und freue mich natürlich, dass der „Blinde König“ dort erwähnt ist. Wie auch das letzte Literaturblatt, das ich von Ihnen bei Erscheinen meines vorletzten Romans erhielt, ist dieses sehr ästhetisch und künstlerisch ansprechend. Herzlichen Dank, ich freue mich sehr darüber.» Jürg Beeler

Hier eine Übersicht aller bisher erschienenen Literaturblätter

Das 16. Sankt Galler Literaturfestival Wortlaut zieht eine deutlich positive Bilanz

Nach drei bestens besuchten Festivaltagen in der Bibliothek Hauptpost, der Lokremise und der Grabenhalle endete am Sonntagabend die 16. Ausgabe des Sankt Galler Literaturfestivals Wortlaut. Das Publikum strömte in die zahlreichen Veranstaltungen, viele waren ausverkauft, die Stimmung ausgezeichnet.

von Karsten Redmann, Medienverantwortlicher im OK Wortlaut

Die Zahl der Besucher:innen konnte erfreulicherweise im Rahmen der 16. Auflage des Festivals deutlich gesteigert werden. Die Einnahmen durch Eintritte lagen über den Erwartungen. Das neue Leitungsduo Gallus Frei und Ariane Novel zeigte sich nach drei vollen Tagen Literatur überaus zufrieden und zieht eine deutlich positive Festivalbilanz:

„Wir sind geradezu überwältigt von den vielen positiven Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher. Viele unserer Veranstaltungen waren komplett ausverkauft und die Stimmung im Team und unter den Gästen hätte nicht besser sein können. Wir fühlen uns in Konzept und Umsetzung bestätigt und haben erneut feststellen können wie gross die Nachfrage nach einem Festival wie Wortlaut in Stadt und Region ist. Besser hätte es nicht laufen können.“

Bereits die Eröffnungsfeier am vergangenen Freitag war bestens besucht. Der Veranstaltungsraum in der Lokremise war bis auf den letzten Platz besetzt. Dem Publikum bot sich eine interessante Mischung aus Musik der Band Hekto Super und einem hochinteressanten Gespräch der Philosophinnen Barbara Bleisch und Svenja Flasspöhler über das Thema „Streiten“. Das vorgeschaltete Grusswort von Stadtrat Mathias Gabathuler war unterhaltsam, originell und tiefgründig zugleich.

Wie die Jahre zuvor gab es auch in diesem Jahr einhelliges Lob für die Zusammenstellung des Veranstaltungsprogramms, darunter etwa Lesungen mit weithin bekannten Autor:innen wie Leon de Winter, Julia Schoch, Barbara Bleisch, Ewald Arenz, Svenja Flasspöhler, aber auch mit Autor:innen aus der Region wie Laura Vogt, Tabea Steiner, Christoph Keller, Jan Heller Levi und der Thurgauerin Michélle Minelli.

Zwar musste der Gassenhauer mit Diana Dengler und Marcus Schäfer wegen des Regens im Café St.Gall durchgeführt werden, doch der Andrang war selbst im Café riesengross, die Stimmung ausgelassen.

Die kleineren Gesprächsformate wurden vom Publikum ebenfalls sehr gut angenommen – Turmzimmer und Lesungsraum in der Bibliothek Hauptpost stellten sich als ideale Orte dafür heraus. Am Literaturspaziergang durch die Stadt nahmen insgesamt 100 Leute teil. Der Poetry Slam in der Grabenhalle war mit rund 250 Besucher:innen sehr gut besucht.

Zur Veranstaltung mit Peter Stamm und Judith Hermann im Raum für Literatur strömten ebenfalls viele literaturinteressierte Gäste. Selbst zur letzten Lesung am Sonntag um 17 Uhr kamen mehr als 50 Besucherinnen und Besucher und lauschten den spannenden Ausführungen des Schweizer Autors Daniel de Roulet.

Lesekreis Literaturhaus/2 — Gegenwartsliteratur mit Tine Melzer: «Do Re Mi Fa So» und Urs Faes: «Sommerschatten»

Der LL/2, geleitet von Gallus Frei-Tomic, befasst sich ab Februar 2025 mit Tine Melzers «Do Re Mi Fa So», ab April mit dem neuen Roman von Urs Faes, «Sommerschatten». Start: 4. Februar.

Anmeldungen noch möglich über literaturhaus@wyborada.ch

Lesen ist das eine, aber mit andern unverkrampft über das Gelesene in Austausch treten und sich mit den entsprechendne Schriftstellerinnen und Schriftstellern austauschen ist noch viel, viel intensiver.

In diesem Lesekreis widmen sich die Teilnehmenden sich in fünf Treffen von Februar bis Juli aktuellen Neuerscheinungen. Neben Hintergrundinformationen zu den AutorInnen und ihren Büchern, informiert Gallus Frei-Tomic über weitere Perlen der Gegenwartsliteratur und Literaturrosinen im Veranstaltungskalender.

Das Besondere an diesem Lesekreis: Ein Abend mit der Autorin / dem Autor im kleinen Kreis bietet die seltene Gelegenheit zu einem quasi «privaten» Gespräch über das Buch, ihr Schreiben.

Anmeldung, Teilnahmegebühr:
Um einen intensiven Austausch zu gewährleisten, ist die Anzahl der Teilnehmenden beschränkt (minimum 10 / maximal 12 Personen). Anfragen und Anmeldung über literaturhaus@wyborada.ch. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Teilnahmegebühr (5 Termine à 1.5 Std.) Fr. 200.-, zahlbar nach Anmeldung (Überweisung via Einzahlungsschein oder TWINT), vor Ort am ersten Teilnahmetermin oder in der Bibliothek Wyborada zu den Öffnungszeiten.

Termine:
jeweils Dienstags, 19 Uhr im Studio der Bibliothek Wyborada. Ausnahmen: Die Veranstaltungen in Anwesenheit der Autorin, des Autors.

  • 4. Februar
  • 4. März
  • 22. April (mit Tine Melzer, im Bürgerratssaal des Stadthauses)
  • 20. Mai
  • 1. Juli (mit Urs Faes, im Bürgerratssaal des Stadthauses)

Foto Gallus Frei-Tomic: © Yves Noir

Am 6. Januar bringe ich das 68. analoge Literaturblatt zur Post – und damit zu Ihnen!

«Lieber Gallus, deine Hand-Schrift ist angekommen, achtsam wie immer schaust du auf die ausgewählten Texte und weisst auch zu sagen, was du siehst: Hab Dank dafür, von Herzen.» Klaus Merz

«Wann erhält man heutzutage noch etwas Handschriftliches. Selten verlässlich; nur von Ihnen. Ihre Literaturblätter. Dafür von Herzen Dank!» Tanja Wartet, C. H. Beck

«Ein wirklich sehr besonderes und aussergewöhnliches Format, das ich so noch nicht gesehen habe. Ich hoffe, sie führen es noch lange Zeit weiter!» Florian Wacker

«Ihre Literaturblätter sind sehr beeindruckend! Ich habe sie auf Ihrer Webseite gesehen; schon in diesem kleinen Format entfalten sie eine eigene Wirkung.» Melinda Nadj Abonji

«Lieber Her Frei-Tomic, ich bedanke mich für Ihre wunderbare Post! Ihr Leseblatt mit dem Strandkorb ist so schön und liebevoll gemacht, dass ich mich als Autorin sehr geehrt fühle, auf diese Weise beschrieben zu werden. Und dass mein norddeutscher Roman Sie, einen versierten Leser aus der Schweiz, anspricht, freut mich sehr. Ich bin sicher, dass Ihre Leseblätter von den Empfängern sehr geliebt und sorgfältig archiviert werden.» Dörte Hansen

Möchten auch Sie das analoge Literaturblatt abonnieren und damit literaturblatt.ch unterstützen?

Sicken Sie Ihre Postanschrift an info[at]literaturblatt.ch!

Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen die kommenden 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 5 – 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 5 – 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (5 – 6 pro Jahr), also etwa zwei Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

Literaturblatt 67

Kontoangaben: 
Literaturport Amriswil, Gallus Frei-Tomic, Maihaldenstrasse 11, 8580 Amriswil
Raiffeisenbank, Kirchstrasse 13, 8580 Amriswil
CH05 8080 8002 7947 0833 6
ID (BC-Nr.): 80808
SWIFT-BIC: RAIFCH22

Seit Januar 2022 ist das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar prominenter Abonnement des Literaturblatts!

Wer wird es?- Der Blick in die Glaskugel #SchweizerBuchpreis 24/10

Eine Mehrheit auf der SRF/Kulturseite glaubt, Zora del Buono werde mit „Seinetwegen“ das Rennen um den Schweizer Buchpreis 2024 machen. Dass Michelle Steinbeck mit „Favorita“ dabei ziemlich abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt, verwundert mich sehr.

„Mit dem Schweizer Buchpreis SBP zeichnen der Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband SBVV und der Verein LiteraturBasel jährlich das beste erzählerische oder essayistische deutschsprachige Werk von Schweizer:innen oder seit mindestens zwei Jahren in der Schweiz lebenden Autori:nnen aus.
Ziel des SBPs ist es, jährlich fünf herausragenden Büchern grösstmögliche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu verschaffen und sie in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus einem breiten Lesepublikum wie auch der internationalen Buchbranche bekannt zu machen“, steht im Reglement des Schweizer Buchpreises.

Mit „Seinetwegen“ von Zora del Buono täte die Jury alles richtig. Ein Buch einer Autorin, die ihr Können schon vielfach bewies. Ein Buch, das einer breiten Öffentlichkeit mit Recht gefällt. Ein Buch, das sogar Wenigleser*innen zur Lektüre verführen kann. Aber auch ein Buch, das die spezielle Aufmerksamkeit längst nicht mehr brauchen würde, war es doch auf allen Kanälen über Monate präsent. Auch wenn ich der Autorin jedes verkaufte Buch gönne, denn jedes verkaufte Buch birgt ein Stück Freiheit. Das geht aber allen Nominierten so.

Einmal mehr entscheidet der Mut der Jury. Verdient hätten es alle fünf Nominierten. Auf die eine oder andere Weise faszinierten sie mich alle, auch wenn „Polifon Pervers“ von Béla Rothenbühler mit Sicherheit am wenigsten mehrheitstauglich wäre. Literatur muss alles andere als mehrheitstauglich sein. Der Schweizer Buchpreis aber sehr wohl, ist er doch nicht zuletzt Werbefläche für den Buchhandel. Nichts interessiert den Buchhandel mehr als grösstmögliche Verkaufszahlen. (Deshalb sollten in der Jury meiner Meinung nach auch bloss Buchhändler*innen agieren. Das wäre ehrlich.)

Mariann Bühlers Aufstieg mit «Verschiebung im Gestein» in den CH-Literaturhimmel war und ist beachtlich und berechtigt. Martin R. Deans Roman «Tabak und Schokolade» ist das Bruderbuch von Zora del Buonos Roman «Seinetwegen» . Michelle Steinbecks „Favorita“ wäre die mutige Wahl. Ein Statement, dass Literatur etwas wagen muss, mehr als nur Offenheit oder Authentizität. Würde die Jury «Favorita» zum besten Buch des Jahres erklären (Was sowieso keines der fünf nominierten Bücher ist, gibt es doch weder klare Kriterien noch einen einheitlichen Geschmack), wäre der Preis eine Anerkennung für den Mut, die Freiheit, die Fantasie, das Unangepasste.

***

„Mein Favorit ist «Verschiebung im Gestein» von Mariann Bühler. Ein literarisch wunderbar gelungenes Debüt mit der Geschichte von drei Dorfbewohnern, die eine existentielle Veränderung erfahren und sich neu orientieren müssen. Dies wird durch kluge kurze Texte über Verschiebung im Gestein gespiegelt und atmosphärisch kommentiert. Ich würde diesem Werk die Stimme geben.
«Tabak und Schokolade» von Martin R. Dean ist eine sehr berührende autofiktive Geschichte über Identitätssuche und Ausgrenzung, wir erfahren die Schweizer Kolonialgeschichte aus persönlicher Sicht. Für mich nur wenige Punkte unterhalb von «Verschiebung im Gestein».
«Seinetwegen» hat mich vom Inhalt her nicht so sehr interessiert, obwohl ich die Autorin sehr schätze. Zora del Buono ist sicher auch eine Favoritin für den Buchpreis.

«Polifon pervers» ist im Luzerner Dialekt auch für mich als Luzerner schwierig zu lesen, eigentlich eine Geschichte, die man hören müsste. Vom Inhalt her sehr witzig und cool, eine Kategorie für sich und müsste mit anderen Mundartwerken verglichen werden.
Die ersten paar Seiten von «Favorita» liessen bei mir keine Saiten anklingen. Ich hatte keine Lust, dieses Buch zu lesen. Möglicherweise sieht das die Jury ganz anders!“ Urs Abt, der Bär