„Ich bin in erster Linie ein Leser“

Über volle Satteltaschen, das eigene Schreiben und die Lust am Moderieren – eine Begegnung mit dem Literaturliebhaber und Kritiker Gallus Frei-Tomic, nach 1000 Artikeln auf seiner Literaturwebseite literaturblatt.ch.

Frank Keil

von Frank Keil; Hamburg
freier Journalist

Am frühen Morgen wie versprochen, die E-Mail:
„Lieber Frank, als ich dann merkte, wie schwer die Bücher sind, packte ich doch nur 5 ein: Ulrike Edschmid „Levys Testament“, Wolfgang Hermann „Herr Faustini bekommt Besuch“, Pascal Janoviak „Der Zoo in Rom“, Peter Terrin „Blanko“ und Patricia Melo „Gestapelte Frauen“.

Am Tag zuvor hatte mich Gallus Frei-Tomic mittags vom Bahnhof von Frauenfeld abgeholt. Er hatte auf den kleinen Rollkoffer gezeigt, den er gleich ratternd durch die Straßen ziehen würde: „Meine Abendgarderobe“, die Erklärung. Dann die Frage: „Magst du etwas essen?“ Gerne! Ich war schließlich einmal durch die halbe Schweiz gefahren, durch dieses für mich so fremde, freundliche und aufgeräumte Land.
Wir setzen uns ins ‚La Terrasse‘, ein großer Schirm hält die Sonne fern, wir bestellen das Menü Eins und das Menü Zwei. Alle viertel Stunde fährt grollend der Stadtbus vorbei. Auch zu hören: die Glockenschläge der Stadtkirche St. Nikolaus, ebenso aller 15 Minuten, aber zeitversetzt. Mein Aufnahmegerät steht zwischen uns; manchmal, wenn wir im Eifer des Gesprächs mit den Beinen oder den Ellenbogen gegen den Tisch stoßen, fällt es um und will wieder aufgerichtet werden und das geschieht dann.

Er ist so selbstverständlich gut gelaunt wie ich ihn von unseren zugegeben wenigen Treffen kenne. Strahlt und macht sich über den das Menü einleitenden Salat her. Und fängt gleich an zu erzählen: von der Fahrradtour, die er morgen in aller Frühe starten wird, den Rhein hinauf bis hoch nach Köln, wenn alles gut geht. Er sagt: „Ich stelle mir vor, ich fahre so mit dem Fahrrad, komme irgendwo um zwei Uhr an, ziehe meine Radlersachen aus, dann lege ich mich irgendwo auf eine Wiese oder – keine Ahnung – ich sitze in einem Garten-Restaurant, lese, schreibe.“
Entsprechend wird er in den Satteltaschen Bücher haben. Aber welche? Schwierig. Nur eines ist gewiss: „Ich nehme viele Autoren mit, die ich nicht kenne. Ich muss mich bei der Rezensiererei sehr fest bemühen, dass ich nicht immer wieder meinen Lieblingen verfalle, manchmal werde ich auch von den Lieblingen enttäuscht.“ 
Die Getränke kommen. Für ihn eine Selter, für mich eine Rivella (rot), weil ich das immer witzig finde, in der Schweiz eine Rivella zu bestellen, ich bleibe damit immer der einzige, bisher jedenfalls.

Also die Reise, die Fahrradtour: Er plündert dafür seine Extrakasse; die Kasse, in der sich das Geld sammelt, das er nebenher für Rezensionen in Zeitungen außerhalb seiner handschriftlich verfassten und auf echtem Papier gedruckten Literaturblattes und seiner Plattform www.literaturblatt.ch bekommt, also verdient. Und dass er eben bewahrt und sammelt, dieses Geld der Leidenschaft, für Unternehmungen, für die er nicht die häusliche Familienkasse belasten möchte. Extrageld, also, seine Vergnügungspauschale.

Aber wie hat es eigentlich alles angefangen mit dieser so Gallus’schen Bücherleidenschaft? Das will ich natürlich wissen. Aber noch ist es nicht so weit. Noch sind wir beim Warmplaudern, schauen nebenher nach links und nach rechts, wer da so neben uns sitzt. Der Himmel ist hoch und blau.

(Wir werden später, satt und zufrieden, noch in die Buchhandlung am Ort gehen und zueinander Sätze sagen wie „Habe ich noch nicht gelesen, soll aber richtig gut sein …“ oder „Diesmal war ich enttäuscht, dabei ist sie so eine gute Autorin …“ oder „Einer meiner Lieblingsautoren, ist aber Geschmackssache …“, während uns die Buchhändlerin ein wenig säuerlich beobachtet, weil wir ja doch nichts kaufen werden, wie wir da um die vollgepackten Büchertische tänzeln, wir bekommen ja so gut wie alles an Büchern geschickt, aber dieser Buchhandlungsbesuch kommt noch, am Ende).

Also: Wie hat es eigentlich angefangen? 
Oder soll ich nicht erst mal fragen, ob er eigentlich selbst schreibt? Oder ist das zu direkt, zu sehr mit der Tür ins Haus gefallen, wie man bei uns sagt? 
„Also weißt du …“, sagt er nach einer langen Pause, als ich dann frage: ‚Schreibst du eigentlich auch literarisch?‘ „Probiert habe ich es schon oft, schon ganz früh.“
Er legt sein Besteck kurz zur Seite, faltet die Hände, als müsse er sich sammeln: „Ich habe schon mal ein Manuskript fertig gemacht, das hieß ‚Der Bruch‘. Ich habe es sogar verschickt, denn ich fand es gut“, sagt er schließlich. 
Er bekam damals bald von den Verlagen leicht erkennbar vorgefertigte Absagen zugeschickt. Was auch einem Freund so erging, der gleichfalls ein Manuskript bei diversen Verlagen eingereicht hatte: „Wir haben dann diese Absagen auf einer großen Platte aus Messing abgelegt, haben sie ritisch verbrannt und sind um dieses Feuer getanzt.“ Er lacht und nimmt Messer und Gabel wieder in die Hand: „Damit war es vergessen und weggelegt, aber ich schreibe eigentlich immer Tagebuch.“
Er beugt sich zur Seite und holt aus dem Koffer ein dickeres Heft, Format etwa Din A 5, schlägt es auf, zeigt die Seiten, engstens Zeile für Zeile eng beschrieben. Robert-Walser, denke ich, „So Robert-Walser-mäßig“, sagt er. „Wobei: Es ist schon lesbar.“ 
Und nach einer Pause, ich merke, die Frage nach seinem Schreiben, dem eigenen, lässt ihn nicht los, er nimmt einen neuen Schwung: „Vor zwei Jahren habe ich mich um einen Schreibaufenthalt bemüht und war tatsächlich einen Monat im Meran, und ich habe mich bemüht, dass ich mir nicht allzu viele Hoffnungen mache, dass in diesen vier Wochen irgendwas passiert.“
Also: kein Plan, keine Ideen-Skizze, nichts habe er sich vorgenommen, rein gar nichts. Stattdessen dabei: ein Koffer voller Bücher. „Ich habe mir gesagt: ‚Gallus, alles gut‘.“ Denn wenn nichts passiere, lese er eben den Koffer leer, und dann schrieb er vier Wochen lang: „160 Seiten, wie in Ektase, das habe ich genossen, in diesem ekstatischen, völlig ungestörten Zustand zu sein – aber am Schluss gab es einen Rohling.“ Er wiegt seinen Kopf leicht hin und her: „Ich habe es dann gewissen Leuten zum Lesen gegeben, die haben gesagt, es hätte gutes darin, aber es sei ungeschliffen.“ 
Er hebt ein wenig abwehrend die Hände: „Ich sage nicht ‚Diamant‘ – sondern: ‚ungeschliffen‘.“ 
Aber er hätte dann nicht den Ehrgeiz gehabt, vielleicht nicht die Kraft, noch mal in die Vollen zu gehen: „Gallus, habe ich mir gesagt, da musst du dich entscheiden, willst du auf die Fährte setzen, ich schreibe selbst was und vielleicht wird was draus und vielleicht auch nicht – oder machst du weiter, wo ich jetzt schon weiß, dass ich es kann und dass es zumindest von ein paar Leuten gelesen wird.“
Er hat sich entschieden. Aber ist die Entscheidung auch gültig? „Es tut nicht weh“, sagt er nun abschließend: „Ich denke auch nicht von mir: Eigentlich geht der Welt was ab, geht ihr was verloren, wenn ich nicht dran bleibe.“ Will zum nächsten Thema springen (gleich!), sagt dann: „Obwohl, manchmal lese ich schon ein Buch, wo ich ein wenig überheblich denke …“

„Es sind die guten Bücher, die mich wirklich verblüffen und die meine Welten bei weitem überschreiten“, setzt er nach. Wie bei Rolf Lappert. „Dieser Rolf Lappert“, sagt er und schnalzt fast mit der Zunge: „Dieses episch breite Erzählen – ich habe keine Ahnung, wie ich das angehen würde. Also was der Rolf Lappert jedes Mal abliefere: „Ein Monolith! Und nicht eine Ansammlung von Steinen.“

Heute Abend wird er ihn moderieren, im Literaturhaus Thurgau, sozusagen nebenan, das Haus, dass er seit einiger Zeit leitet, dazu später mehr: „Ich mache das wahnsinnig gerne, ich moderiere extrem gerne.“ Der Rolf Lappert war schon bei ihm zu Hause, war zu Gast, las, man sprach, man aß gemeinsam, am Familientisch, „Literatur am Tisch“, heißt die Veranstaltung, falls ‚Veranstaltung‘ noch der richtige Begriff ist. „Wenn ich dann noch die Autoren persönlich kenne“, ist er wieder bei heute Abend, bei den Stunden, die noch kommen werden, „macht das nur Freude, und ich genieße dieses Engagement. Wenn ich Programm mache, das ist wie ein Geschenk. Ich habe quasi eine Freikarte, mir die Leute ins Haus zu holen, die ich gerne habe. Wer kann das schon? Ich! Finde ich super.“

Das Beste sei gewesen, dass ihn die Stiftung, die das Literaturhaus Thurgau führt und also finanziert, angefragt habe, ob er sich das vorstellen kann: eben jenes Haus die nächsten drei Jahre zu leiten: „Das setzt ja voraus, dass man das Gefühl hat, ich sei der richtige Mann für diese Aufgabe. Weil: Hätte ich mich bewerben müssen, hätte ich niemals den Mut gehabt.“ Er habe ja nicht Literaturwissenschaft studiert. Er sagt und sagt es mit schlichter Präsenz: „Ich bin in erster Linie ein Leser.“

Und nun steht der abschließende Kaffee vor uns, in Espresso-Form und wuchtig-schaumig als Latte macciato, der danach ruft, dass man mit dem langstieligen Löffel rührt und rührt, dass sich Kaffeebraun und Milchweiß mischt: „Mein Glück ist, dass ich vor fünf Jahren mit dieser Bloggerei begonnen habe. Weißt du, da fängst du an und dann siehst du Besucherzahlen, hast pro Tag zwei Besucher. Das war für mich schon verblüffend, dass diese fünf Jahre, die ich das jetzt mache, das Bloggen, das sie gereicht haben, dass ich zumindest in der kleinen Literaturszene Schweiz meinen Platz bekommen habe. Das war nicht mein Ziel! Es war eine schöne Begleiterscheinung.“

Sein eigentliches Rückgrat sind zuvor seine ‚Literaturblätter‘, handschriftlich niedergeschrieben empfiehlt er je vier herausragende Bücher fünfmal im Jahr; seit zehn Jahren gibt er sie verschickend heraus, nur an zahlende Abonnenten, von denen er gut 200 hat, die „Freunde der Literaturblätter“. 
Und dann, vor fünfeinhalb Jahren, hat er, der hauptberufliche Lehrer („‘Primarlehrer‘ sagt man bei uns in der Schweiz, also ‚Grundschullehrer‘ bei euch“, sagt er), ein Burnout: „Vor dem Burnout hat mir mein Schwiegersohn auf meinen Geburtstag die Domäne geschenkt, weil er der Meinung war: ‚Gallus, du musst Werbung machen für dein Literaturblatt‘.“ Und dann hat er diese Domäne. Mehr nicht. 
Er holt tief Luft: „Ja, dann war dieses Burnout, ich musste mich irgendwie beschäftigten, habe angefangen mit diesem Literaturblatt.ch, aus einer Not heraus, ich musste eine Aufgabe haben – in einer Zeit, wo ich dachte: Ich kann nie wieder unterrichten, ich hatte Angst auf der Straße meinen Schülern zu begegnen, ich hatte Existenzängste, ich war ja schon über 50 und fragte mich: Wozu kann man mich noch brauchen?“ Er nickt: „Und da war dieses Literaturblatt.ch genau das Richtige.“

Das war die erste Initialzündung. Und dann die zweite, da ist der März vorbei, das Frühjahr steht vor der Tür, er kann sechs Einträge, also Beiträge auf seinem Literaturblatt-Blog vorweisen: „Und dann habe ich stinkfrech das Literaturfestival im Leukerbad angefragt, ob ich für meinen Blog über das Festival berichten darf.“ Ja, natürlich dürfe er. 
Er fährt hin, er meldet sich bei der Festivalleitung an, stellt sich vor; sagt, wer er ist: „Ich hatte schon erwartet, dass ich eine Dauerkarte für die Lesungen bekomme – aber die haben mir das Hotel bezahlt!“
Und dann, nach einem kurzen Moment, platzt es aus ihm heraus, eine kleine Freudenexplosion: „Das war so schön!“ Sagt: „Ich hatte noch keine Klicks, hatte gar nichts, niemand hat mich gekannt und die bezahlen mir das Hotel.“ Und er weiß damals, dass er gelesen wird, dass man ihn wahrnimmt, und er sagt abschließend: „Es war eine Erleuchtung.

“
Ich schaue ihn an, sehe, wie er sich noch heute freut, wie er glücklich ist, nebenan wird neu eingedeckt, der Stadtbus ist zu hören, wie der Fahrer die Gänge schaltet, die nächste Uhrzeit wird glockenschlagend verkündet, wir nicken uns zu, stehen auf, rücken dabei die Stühle knarrend zurück, er greift nach seinem Rollkoffer: „Wollen wir noch eine kleine Runde gehen? Da oben gibt es noch eine Buchhandlung …“

1000mal Literatur – 1000mal literaturblatt.ch

1000 Artikel auf der Literaturplattform «literaturblatt.ch». 1000mal war das Buch im Zentrum. 1000 Aufrufe, Bücher zu lesen – und zwar die richtigen. Rezensionen, Interviews, Berichte, Veranstaltungshinweise und viele Gastbeiträge von Schriftstellerinnen und Schriftstellern. 1000mal Danke!

«Ich bin gerade im Urlaub und geniesse es, den Literaturbetrieb ganz weit wegzuschieben, aber Ihre Literaturseite hat mit all dem, was mich daran nervt und herausfordert, so gar nichts zu tun. Wunderbar», schrieb Mareike Krügel, nachdem ich ihr meine Rezension zugesandt hatte. Auch für mich wunderbar, denn durch Begegnungen bei Lesungen und Interviews wird aus der Lektüre eines oder mehrerer Bücher ein kostbares Stück Vertrautheit, manchmal gar eine Freundschaft. Mein grösster Lohn für das Schreiben!

Danke Ruth Loosli

Vor etwas mehr als fünf Jahren ging mein erster Bericht online. Niemand las ihn, als er erschien, denn niemand kannte das, was damals ganz zaghaft seinen Anfang nahm. Damals, es war eine schwere Zeit für mich, eine eigentliche Lebenskrise, schrieb und zeichnete ich schon meine «analogen» Literaturblätter, organisierte Lesungen, darunter Hauslesungen bei uns zuhause im Wohnzimmer und verschiedene Lesekreise. Die Webseite sollte eine Werbeplattform sein, ein kleines Nebengeleise. Aber es kam ganz anders. Heute investiere ich den grössten Teil meiner Literaturvermittlung in literaturblatt.ch. Nicht nur weil hier mein Publikum am grössten ist, sondern weil die Plattform längst zur Grundlage meines Engagements geworden ist.

Ich verneige mich vor der Literatur, der Kunst, die so oft ganz uneigennützig, nur seiner selbst Willen geschieht. Vor all jenen, die sich mit ganzer Kraft und unsäglicher Leidenschaft und Disziplin an die Erschaffung der Welt machen, denn in der Kunst spiegelt sich die Wirklichkeit.

Ich würde mich freuen, wenn es zum 1000sten Bericht auf literaturblatt.ch einige Reaktionen gäbe, die ich dann wiederum veröffentlichen darf. -> info@literaturblatt.ch!

«Tausend! Potztausend. Der Tausendfüssler hat weniger Beine als gemeinhin angenommen. Tausend Beiträge auf Literaturblatt.ch sind viel mehr Arbeit, als man denken sollte. Ja, Arbeit. Wer wüsste das besser als wir, die schreiben? Erst kommt die Denkarbeit. Lesen und denken, das ginge ja noch. Wenn man nur nicht die Gedanken in Worte fassen müsste. Und dann auch noch Worte finden über die Worte und Sätze der anderen. Das ist eine ganz eigene Disziplin. Über Literatur schreiben. Oscar Wilde war der Ansicht, dass sei sogar eine grössere Kunst als das literarische Schreiben selbst. In jedem Fall erfordert es Kenntnis und Verständnis, den Kopf und das Herz. Und ein bisschen verrückt muss man sein. Ein Tausendsassa. Herzlichen Glückwunsch Gallus Frei-Tomic. Schön, dass Sie auf wunderbare Art vom Hundertsten ins Tausendste gekommen sind. Auf tausend mehr! Ihre Daniela Engist.»

Der 1. Schreibwettbewerb «Amriswil schreibt» ist Geschichte

Die Stadt Amriswil schreibt viele Geschichten: Schulkinder entdecken ihr literarisches Talent. Am ersten Schreibwettbewerb der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri haben 355 Schülerinnen und Schüler mitgemacht. Die vier Besten sind jetzt ausgezeichnet worden.

von Barbara Hettich

«Ein paar Sekunden» – so lautet der Titel einer Geschichte, die Aline Popp, Schülerin der 3. Sekundarstufe, eingereicht hat. Sie erzählt von einem Dilemma, das ihre Heldin innerlich fast zerreisst: Ihr Freund hat mit dem Auto ihre Eltern zu Tode gefahren. In seiner Laudatio würdigte Jens Steiner, Schriftsteller und Jurymitglied, die Geschichte von Aline Popp:
Aline Popp beschreibt Ambivalenzen behutsam, spürt den emotionalen Umschwüngen akkurat nach und gelangt zu einer Wahrhaftigkeit, die die Jury sehr beeindruckt hat.

An der Preisverleihung im Kulturforum Amriswil am Mittwochnachmittag durfte Aline Popp als Gewinnerin der Kategorie D (Oberstufe) ihren Preis – Urkunde, Büchlein, gravierter Stift und Büchergutschein – entgegennehmen.

Das Thema «Freundin verloren/Freund verloren» war bei der Wettbewerbsausschreibung klar vorgegeben. Und dieses Thema hat insbesondere Mädchen sowie die Fünft- und Sechstklässler (Kategorie C) angesprochen. Jedenfalls wurden in dieser Kategorie die meisten Arbeiten eingereicht.

Maëlle Emma Schenk hat sich durchgesetzt und mit ihrem Text «Für immer verloren …» die Jury überzeugt. Mit klarer Stimme liest sie dem Publikum ihre Geschichte vor. Sie erzählt von einem Mädchen, das seine beste Freundin durch einen Streit verloren hat, eine neue findet, diese verliert und zu guter Letzt wieder findet. Jurypräsident Gallus Frei würdigte die Arbeit der Fünftklässlerin mit folgenden Worten: Maëlle Emma Schenk erzählt mit viel Empathie, ohne die Geschichte mit überschwänglichen Emotionen vollzustopfen.

Mit einer Kriminalgeschichte hat sich Tim Ayan Schnyder auf den vordersten Platz in der Kategorie B (Dritt- und Viertklässler) geschrieben. In der Geschichte «Der Mann mit dem braunen Kittel» erzählt er von zwei Freunden, die von einer Verbrecherbande entführt wurden. Katja Alves, Schriftstellerin und Jurymitglied, fand für die Arbeit anerkennende Worte: Tim wählt für seine Geschichte Motive und Szenarien, die man aus Filmen und Games zwar kennen mag, schafft es jedoch, eine eigenständige spannende Geschichte zu erzählen.

Warum sollen die Bäume im Wald nicht miteinander reden können? Anna Keller hat sich in der Kategorie A (Erst- und Zweitklässler) mit einer kurzen und fantasievollen Geschichte mit dem Titel «Der Wind» in die Herzen der Juroren geschrieben. Journalist und Jurymitglied Urs Bader lobte diesen Beitrag so: Einfühlsam berichtet sie vom Schicksal zweier Blätter, die ausgerechnet nach einem Streit auseinandergerissen werden. Was aus ihnen wird, bleibt offen. Auch deshalb ist die Geschichte anrührend.

«Schreiben soll nicht nur Pflicht sein, Geschichten sollen für ein Publikum geschrieben werden», sagt Gallus Frei, Lehrer und Literaturvermittler. «Es gibt Kunstwettbewerbe, Musikwettbewerbe, Sportwettbewerbe, ja sogar Mathematikwettbewerbe – warum sollte es in unserer Schulgemeinde also nicht auch einen Schreibwettbewerb geben?» Mit dieser Frage hat sich Gallus Frei seit längerer Zeit auseinandergesetzt und vergangenes Jahr den ersten Schreibwettbewerb der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri initiiert. Gallus Frei sass gemeinsam mit dem Journalisten Urs Bader, mit der Schriftstellerin Katja Alves und dem Schriftsteller Jens Steiner in der Jury. Von den rund 1700 Schülerinnen und Schülern von der 1. Primar- bis zur 3. Sekundarklasse haben 355 Kinder und Jugendliche eine Geschichte eingereicht. 50 Geschichten kamen in die engere Auswahl, wurden von den Juroren nochmals gelesen und 20 davon ausgesucht, die nun im Büchlein «Amriswil schreibt 2020/2021» veröffentlicht wurden. Das Büchlein, ausgeschmückt mit Illustrationen von Lea Frei, kann man für 10 Franken im Schulbüro kaufen. «Ich bin sehr stolz auf euch», würdigte Schulpräsident Christoph Kohler an der Preisverleihung das Engagement aller Beteiligten. Einander verstehen sei wichtig, eine gute Sprachbildung sei schon deshalb von zentraler Bedeutung.

Beitragsbild © Barbara Hettich (Die vier Preisträger vlnr Aline Popp, Anna Keller, Tim Ayan Schnyder und Maëlle Emma Schenk)

Vier wirklich gute Bücher?

Nummer 55 ist in Arbeit! Jedes Mal ein Abenteuer für mich. Jedes Mal ein Wagnis. Jedes Mal vier Bücher, für die ich meine Hand ins Feuer lege, die wohl auf ganz unterschiedliche Art und Weise zu überzeugen verstehen, ganz bestimmt mit Qualitäten, die es sich lohnt zu erlesen!

Wer Lust hat, ein 10minütiges Interview über die Entstehung der Literaturblätter zu hören, dann klicken sie hier:

Hier können Sie durch alle Literaturblätter «blättern».

Hier können Sie Literaturblätter abonnieren.

«Sehr schön, besonders, nicht einfach ein Flyer, sondern ein kleines Kunstwerk über die Literatur hinaus.» Karl Rühmann

«ich bin etwas schmähstad, kann nur sagen: das blatt macht mich platt. ich freu mich sehr, lieber herr frei, und sage: herrlich, tandaradei! große freude! d a n k e . in heller vorfreude auf alles weitere und mit lieben grüßen» Christian F.

«Mit Farben zwischen Worten und Namen, schillernd, strahlend, in Steine gefasst, opalin, so kommt das 54. Literaturblatt ungemein leuchtend daher: eine Freude. Und die Worte und die Farben weisen, als strahlender Navigator, auf das hin, was Texte immer sein möchten: mit Sprache zu benennen auf Hoffnung hin, wie Bobrowski sagte: die Hoffnung auf Lesende, auf eine andere Welt, auf andere Zeiten, hinaus aus den Virenwolken, hinein in einen Frühling von Knospen und knospenden Silben, die Wege öffnen in die Welt der Bücher, das Wunder des Literarischen. Höre also Leser, Leserin, «udirai nuovo ludo, den neuen Gesang».» Urs Faes

«Erst neulich noch mit Sandra Gugic durch den Viktoriapark gelaufen und jetzt finde ich uns beide im neuen Literaturblatt, wie schön! Mit Urs Faes vor Jahren einmal korrespondiert und immer wieder gedacht, hoffentlich lernen wir uns mal kennen; und jetzt auch mit ihm in der neuen, so schön blau-grünen Ausgabe. Nur Christian Futscher ist mir noch unvertraut, aber nicht mehr lange. Werde ihn lesen, das Vaterthema interessiert mich, die Vaterlose sehr. Tolle Gruppe. Danke Gallus für deine liebevolle Arbeit.» Zora del Buono

Die Literaturblätter ausgestellt am 16. Thuner Literaturfestival

Die Freude darob, Gallus Freis Name im Programm der diesjährigen literaare zu entdecken, ist gross. Sein Schaffen – wohl im Zuge einer Thurgauer-Connection mit Tabea Steiner – hat mittlerweile das Berner Oberland erreicht. Und das mag man ihm so richtig gönnen.

von Katharina Alder / buchjahr.ch

Zumindest in der Ostschweiz ist Gallus Frei-Tomic längst eine fixe Grösse der Literaturszene. Mit unermüdlichem Einsatz und einer seine Arbeit durchdringenden Liebe zur Literatur gründet er fortlaufend neue Veranstaltungs-Gefässe und bekleidet zahlreiche Literaturvermittlungs-Mandate. Zuletzt übernahm er von Marianne Sax die Programmleitung des renommierten Literaturhauses Thurgau «Bodmanhaus». Im Unterschied zu vielen anderen Kulturschaffenden im Thurgau suhlt sich Gallus Frei aber nicht ausschliesslich im eigenen Tümpel, sondern besucht rege fremdkuratierte Lesungen und zeigt mit seiner Präsenz die Leidenschaft zur Sparte. Durch die Vermittlungsbemühungen und sein Interesse an Autor:innen und ihren Texten hat er sich in den vergangenen Jahren ein ausgezeichnetes Netzwerk aufgebaut. Dies ermöglicht ihm beispielsweise das Konzept «Gegenzauber», wo namhafte Schreiber:innen eigens für seinen Blog Texte verfassen oder die grandiose Idee von «Literatur am Tisch». Das kleine Publikum sitzt zusammen mit der Autor:in bei Gallus und seiner Frau Irmgard an einem Tisch und palavert ungezwungen zu Käse und Wein über das Werk. Kann man sich etwas Schöneres vorstellen?

Das erwähnte Engagement zeigt nur einen Ausschnitt aus Freis schillernder Literaturwelt. Und so darf die Ausstellung in Thun also ruhig – ganz seiner Art entsprechend – als Understatement betrachtet werden. Einem Soldatenfriedhof gleich liegen die gerahmten Ausgaben der Literaturblätter in der Eingangshalle des Thuner Rathauses. Ein rührendes Bild. 54 Stück sind ausgestellt. Sie umfassen genau ein Blatt, sind alle handgeschrieben und typografisch den jeweiligen Buchcovern angepasst. Mit diesem Konzept bietet er den Leser:innen seit rund zwölf Jahren genau das, was sie wirklich brauchen: eine ausgezeichnete Titelauswahl und eine reizvolle, pointierte Besprechung ohne viel Schnickschack und elitäre Ergüsse. Die Leserschaft vertraut auf seine Erfahrung, auf sein sicheres Gespür.

Mehr ist von Freis Arbeit für die Thuner:innen nicht zu erfahren. Doch verleiten die wunderschönen Hand- und Kopfarbeiten hoffentlich die eine oder den anderen dazu, aufmerksam hinzuhören, falls künftig der Thurgauer Gallus ihren Weg kreuzen würde.  

Das 54. analoge Literaturblatt ist versandfertig!

«Die sind aber auch wirklich wunderschön gemacht, war auch einmal Teil davon und sehr begeistert!» Jürgen Bauer

«… und dann schwimmt vor Jahresende noch so eine zauberisches Literaturpost in meine Wohnung . Das ist wirklich eine Besonderheit! Vielen lieben Dank» Katharina J. Ferner

«Gibt’s denn sowas noch? Handgeschriebene, gezeichnete Buchempfehlungen. Dochdoch, die gibt’s bei literaturblatt.ch!» Joachim B. Schmidt

«Lieber Schweizer Initiator des Literaturblattes, dass es so etwas Schönes und liebevoll Gestaltetes wie das analoge Literaturblatt noch gibt, begeistert mich. Als ich das Literaturblatt sah, war es um mich geschehen. Ich freue mich sehr und denke, die Zusendungen werden Jahreshighlights sein.» Birgitta Nicola, Buchhändlerin und Illustratorin

Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen die kommenden 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 5 – 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 5 – 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (5 – 6 pro Jahr), also etwa zwei Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

Kontoangaben:
Literaturport Amriswil, Gallus Frei-Tomic, Maihaldenstrasse 11, 8580 Amriswil
Raiffeisenbank, Kirchstrasse 13, 8580 Amriswil
CH16 8137 3000 0038 6475 8
SWIFT-BIC: RAIFCH22

Das 54. Literaturblatt entsteht!

An den 16. Literaturtagen «literaare» in Thun werden zum ersten Mal sämtliche 54 bisher erschienenen Literaturblätter ausgestellt. Vielleicht gestaltet sich deshalb die Entstehung des 54. Literaturblatts schwerer als die meisten der vorangegangenen Prozesse. Nicht die Texte sind es, die sich widerspenstig zeigen, sondern die Gestaltung dieses Blattes als Ganzes. Ideen werden verworfen, weil sie sich während des Entstehens als zu schwierig erweisen, weil die Resultate nicht dem entsprechen, was sich im Kopf bis zur Perfektion formte. Und weil das Original von Hand gezeichnet und geschrieben wird und ich nicht mit einem digitalen Radiergummi Missgeschicke ungeschehen machen kann, wird jedes Blatt zu einem Abenteuer, das mich bis zum letzten Strich den Atem anhalten lässt.

Ein paar kleine Geschichten zu einigen der Bücher, die in den letzten Jahren einen Platz auf den Literaturblättern fanden:

Literaturblatt 1 «Süss wie Schattenmorellen» von Claudia Schreiber:

Claudia Schreiber war die erste Autorin, die wir an eine Hauslesung nach Amriswil einluden. Sie sagte zu und fuhr an einem Sonntag mit ihrem Auto vors Haus. Es war der Beginn einer Freundschaft. Noch am gleichen Tag nahm mich die Autorin mit nach Konstanz, wo am Stadttheater ihr Kinderbuch «Sultan und der Kotzbrocken» als Theaterstück adaptiert und aufgeführt wurde. Was für ein Moment, als all den Kindern im Saal klar wurde, dass die Autorin mitten unter ihnen sass.

Literaturblatt 6 «Ich nannte ihn Krawatte» von Milena Michiko Flašar:

Kurz nachdem ich der Autorin ein Exemplar des Literaturblatts nach Wien zugeschickt hatte, erfuhr ich, das Milena Michiko Flašar im Spielboden Dornbirn lesen würde. Ich teilte ihr mit, dass ich unter den Gästen sein werde. Und weil ich damals mit meinem Gesicht nicht im Netz zu finden war, kannte ich sie, aber sie mich nicht. Ich war früh dort und setzte mich erst einmal ein Stück von der Autorin weg auf eine Bank vor dem Lokal. Sie war in ein Gespräch mit dem Veranstalter verwickelt. Ich sah allerdings, dass sie immer wieder über die Schulter ihres Gegenübers den Kommenden entgegenblickte – bis sich eben unsere Blicke trafen und alles klar war, ohne ein Wort.

Literaturblatt 8 «Polarrot» von Patrick Tschan:

Nachdem Patrick Tschans Roman nicht nur bei mir helle Begeisterung ausgelöst hatte, lud die örtliche Buchhändlerin den witzigen Schriftsteller zu einer Lesung an meinen Wohnort ein. Er las in einem Gasthaus, das während der Zeit des Nationalsozialismus der örtliche Treffpunkt und Versammlungsort der Fröntler war, jener Gruppierung, die während der Nazizeit ganz offen mehr als nur Sympathie zu den Ideen des Dritten Reiches hegte. Und da die Einrichtung des Lokals auch Jahrzehnte später fast unverändert geblieben ist, war man an diesem Abend Zeuge einer ganz speziellen Zeitreise.

Literaturblatt 11″Tal der Herrlichkeiten» von Anne Weber

Nachdem ich ihren Roman besprochen hatte und ihr mitgeteilt hatte, dass ich im Literaturhaus Zürich unter den Gästen sein werde, war ich dabei, als Anne Weber im vollen Literaturhaus las. Nach der Lesung stand ich wie alle anderen an und wartete, bis meine kleine Beige an Büchern mit ihrer Signatur veredelt werden würden. Als Anne Weber den Stift ansetzte und mich fragte, ob sie einen Namen hinzufügen sollte, nannte ich ihr den meinigen. Sie sah wieder hoch und meinte: «Ach so sehen sie aus! Ich habe sie mir ganz und gar anders vorgestellt.» Das war der Beginn eines kurzen aber sehr freundlichen Gesprächs. Schliesslich drängte man von hinten!

Literaturblatt 13 «Eva und Anton» von Oscar Peer

Kennen sie Oscar Peer? Er starb 2013 in Chur. Wenn sie ihn nicht kennen, sollten sie seine Bücher, die der Limmatverlag liebevoll verlegt, lesen. Unbedingt! Als Reaktion auf meine Lektüre schickte ich an seine Adresse in Chur einen Blumenstrauss. Seine Reaktion per handgeschriebenem Brief: «Sehr geehrter Herr Frei, ich weiss nicht, womit ich so viel Zuwendung und Aufmerksamkeit verdient habe. Gerade im Moment tun sie mir sehr gut…» Oscar Peer ist ganz tief in meinem Herzen und seine Bücher haben einen Ehrenplatz in meiner Bibliothek!

Literaturblatt 19 «Vielleicht Esther» von Katja Petrowskaja

Katja Petrowskaja war 2014 Gast an den Brugger Literaturtagen. Schon im Vorfeld der Literaturtage hatte ich ihr das 19. Literaturblatt per Post zugesandt. Als wir uns in Brugg nach ihrer Lesung trafen, wechselten wir an einen Tisch mitten in der Brugger Einkaufsmeile und tranken Kaffee. Sie erzählte von ihren Plänen und wollte irgendwann wissen, woher denn ich komme. Ich erzählte ihr von meinen fünf Kindern. Sie sah mich fassungslos an. Mit einem Mal drehte der Fluss der Bewunderung. Sie fasste mich am Arm und meinte: «Darf ich sie einmal berühren?»

Übersicht aller bisherigen Literaturblätter

Infos zu einem Abo

Am 4. Januar 2016 ging literaturblatt.ch aufs Netz!

Seit 5 Jahren existiert literaturblatt.ch.

5 Jahre intensive schriftliche Auseinandersetzunge mit Literatur. 5 Jahre, in denen literaturblatt.ch zu viel mehr wurde, als ich mir zu Beginn erträumte. 5 Jahre, die mir zu einem grossen Geschenk wurden.

Was vor ein bisschen mehr als 5 Jahren begann, ist zu einem stolzen Bäumchen geworden. Damals schenkte mit mein Schwiegersohn die Domain literaturblatt.ch, weil er meinte, mit meinen gezeichneten und von Hand geschriebenen Literaturblättern bloss auf die analoge Schiene zu setzen, wäre zu wenig. Aber was dann einfach ein digitales Pendant werden sollte, machte sich selbstständig, überflügelte das analoge Literaturblatt und mauserte sich zu einer Stimme, die ganz offensichtlich gerne und oft gelesen wird.

Ich bedanke mich bei allen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, Dichterinnen und Dichtern, die mir in unzähligen Mailinterviews ihre Zeit schenkten. Ich danke ihnen auch für den Zuspruch und all die freundschaftlichen Begegnungen bei Lesungen und Festivals. Ich danke ihnen auch, weil Literatur und Lesen dadurch noch viel tiefer wurde, zu einem Teil meines Lebens, auf den ich nicht mehr verzichten möchte.

Ich bedanke mich bei den Verlagen, bei den grossen und bei den kleinen, die mir grosszügig Rezensionsexemplare zusenden und mich zu einem Teil ihres Unternehmens machen, die mich mitnehmen, die mich immer wieder überraschen und verzücken, die mir zeigen, wieviel Herzblut und Leidenschaft es in dieser Branche gibt, weit übers blosse Geldverdienen hinaus.

Ich bedanke mich bei den Organisatorinnen und Organisatoren verschiedenster Literaturfestivals, allen voran dem Literaturfestival Leukerbad, das mich zu einer Zeit unterstützte, als literaturblatt.ch noch kaum wahrgenommen wurde. Oder das Literaturfestival Wortlaut in St. Gallen, das mich mit ins Boot holte. Oder das Literaturfestival Literaare in Thun, das ich begleiten darf. Die BuchBasel, der Schweizer Buchpreis, die Solothurn Literaturtage, die Lyrikfestivals in Lenzburg und Basel …

Ich bedanke mich bei all den Menschen, die literaturblatt ganz direkt unterstützen, sei es mit Gastbeiträgen oder einem finanziellen Zustupf als Abonnentinnen und Abonnenten der analogen Literaturblätter.

Ich bedanke mich bei den Leserinnen und Lesern von literaturblatt.ch. Gäbe es sie nicht, wäre all das nicht entstanden, was weit über diese Literaturwebseite hinausgeht; all die Lesungen, die ich moderieren darf, die Einladungen an Festivals, die Spaziergänge und Gespräche eingetaucht in Literatur, die Freundschaften, die dadurch entstanden sind.

Wenn Sie mir ein verbales Geschenk machen wollen, dann schreiben Sie doch bitte ins Gästebuch oder direkt an info@literaturblatt.ch. Wie sehr mich das freuen würde!

Wenn ich einen Wunsch hätte: Seit fast 5 Jahren veröffentlichen immer wieder Schriftstellerinnen und Schriftsteller Gastbeiträge, für die ich dankbar bin, für die ich aber (leider) nie ein Honorar bezahlen kann. Ich wünsche mir GönnerInnen oder SponsorInnen, die es mir erlauben, qualitativ hochstehende Gastbeiträge wenigstens «freundlich» bezahlen, honorieren zu können!

Mit dem 53. Literaturblatt ins neue Jahr!

Reaktionen aufs 52 Literaturblatt:

«Ich bin überzeugt, dass ich nie wieder eine so schöne Besprechung bekomme.» Elise Schmit

«Eben öffne ich die Post und halte endlich Ihr Literaturblatt in den Händen. Handschriftlich also, das war mir so nicht klar und berindruckt mich sehr. Vielen, vielen Dank!» Ulrike Almut Sandig

«Vielen Dank für die Zusendung. Wir haben uns sehr über Ihre Besprechung gefreut und finden, die stimmungsvolle Print-Ausgabe macht neugierig auf mehr.» Stefanie Stein, Politycki & Partner

Sind Sie an den Literaturblättern interessiert?

Sie können die Literaturblätter abonnieren:
Gallus Frei-Tomic
LITERATURPORT Amriswil
Maihaldenstrasse 11
8580 Amriswil

oder via „Kontakt

Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 5 – 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 5 – 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (5 – 6 pro Jahr), also etwa zwei Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

Kontoangaben:
Literaturport Amriswil, Gallus Frei-Tomic, Maihaldenstrasse 11, 8580 Amriswil
Raiffeisenbank, Kirchstrasse 13, 8580 Amriswil
CH16 8137 3000 0038 6475 8
SWIFT-BIC: RAIFCH22

„Literarische Blogger und -innen gibt es zuhauf, auch wenn kaum mal einer oder eine ein Buch aus dem Verlag hier hinten am Horizont in die Hände bekommt. Macht nix, Hauptsache Long John Silver liest unsere Preziosen. Nun ist es so, dass auch die Welt der Blogs eine der Superlative ist und wen wundert es, dass die Suche nach dem Besten, Schönsten und Weitvernetztesten im Gange ist. Mir persönlich ist nur einer bekannt; ein wenig verrückt ist er, – wie könnte ich ihn sonst kennen –, publiziert er doch seine immer eigenwillig geschriebenen Buchrezensionen – davon kann man sich jederzeit selbst überzeugen – nicht nur auf seinem Blog, sondern schreibt diese zusätzlich und von Hand mit Kugelschreiber wie in ein (B)Logbuch, druckt das Ganze auch noch auf Papier und verschickt diese Flaschenpost, die LITERATURBLATT heisst, per Post, mit Briefmarke und allem, was dazu gehört.“ Ricco Bilger, Verleger

arttv: Das Literaturhaus Thurgau im Porträt

Das Literaturhaus ist ein Treffpunkt für Schreibende und Literaturfreunde – ein Ort, an dem nachgedacht, gearbeitet und diskutiert werden kann.

Hier geht es zum Video:

Mit der Eröffnung des Literaturhauses Thurgau wurde in Gottlieben eine Gedenkstätte für den Schriftsteller Emanuel von Bodman geschaffen, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Bodenseeregion wählte, um hier sein Leben der Schrift zu widmen. Sein Werk umfasst eine Reihe von Dramen, viele Erzählungen, Hunderte von Gedichten sowie Aufsätze zu Kunst und Literatur seiner Zeit. Heute ist das Literaturhaus ein lebendiger Begegnungsort mit Literatur, Kunst und einer eigenen Buchbindewerkstatt.

Literaturhaus Thurgau
Mit dem Literaturhaus Thurgau bietet die Thurgauische Bodman-Stiftung der zeitgenössischen Literatur einen einmaligen Ort für ihre Präsentation: ein Literaturhaus auf dem Land mit einem hochwertigen Programm und einer beeindruckenden Resonanz – ein Treffpunkt für Schreibende und an Literatur Interessierten, ein Ort der Begegnung und des literarischen Gesprächs. Bei seiner Eröffnung im Jahr 2000 war das Bodman-Literaturhaus, heute Literaturhaus Thurgau, nach Basel und Zürich das dritte Literaturhaus in der Schweiz. Durch seine Nähe zu Konstanz hat es eine wichtige Funktion für grenzüberschreitende Begegnungen in der Bodenseeregion.

Handbuchbinderei
Im Bodman-Literaturhaus werden Bücher nicht nur präsentiert, sondern auch gebunden und repariert. In der Handbuchbinderei Merten wird traditionelles Handwerk modern interpretiert. Mit besonderem Blick für die Auswahl und Haptik der Materialien werden bibliophile Einbände gebunden, Künstlerbücher kreiert, Schachteln auf Mass angefertigt und lieb gewonnene alte Bücher restauriert. In der besonderen Atmosphäre der Werkstatt im Bodmanhaus in Gottlieben finden Kurse in kleinen Gruppen statt, in denen die vielseitigen Varianten des Handwerks erprobt werden können.

Das Bodmannhaus
Mittelpunkt und Seele des Dichterhauses ist das nach der Renovation wiedererstandene Arbeitszimmer, das den Besuchern einen vertieften Einblick in das alltägliche Leben des Dichterehepaars Clara und Emanuel von Bodman vermitteln soll. Die Gäste des Bodmanhauses sollen das Gedenkzimmer so vorfinden, wie es verlassen wurde, mit all seinem unverwechselbaren Charme, seiner Bescheidenheit und Eigenheit. Alles ist wieder am angestammten Platz: Das schöne Schreibpult, der volle Bücherschrank, das schlichte Sofa, die sieben bescheidenen Tische und Tischchen, Stühle, Accessoires und der gesamte übrige Schmuck des randvoll gefüllten Zimmers. Das Arbeitszimmer soll den Raum so zeigen, wie ihn Emanuel von Bodman beim Tode hinterlassen hat, und wie er von seiner Gattin Clara in liebevollem Angedenken fast unverändert belassen wurde. Das Interieur ist gemäss dem Charakter des Hauses bewusst nicht restauriert und auf Perfektion getrimmt worden. Die über zwanzig Möbelstücke sind lediglich vom Fachmann gereinigt und wo nötig geflickt worden; einzig den Vorhängen widmete man erhöhte Aufmerksamkeit mit einer aufwendigen Restaurierung.