Mit dem 53. Literaturblatt ins neue Jahr!

Reaktionen aufs 52 Literaturblatt:

«Ich bin überzeugt, dass ich nie wieder eine so schöne Besprechung bekomme.» Elise Schmit

«Eben öffne ich die Post und halte endlich Ihr Literaturblatt in den Händen. Handschriftlich also, das war mir so nicht klar und berindruckt mich sehr. Vielen, vielen Dank!» Ulrike Almut Sandig

«Vielen Dank für die Zusendung. Wir haben uns sehr über Ihre Besprechung gefreut und finden, die stimmungsvolle Print-Ausgabe macht neugierig auf mehr.» Stefanie Stein, Politycki & Partner

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Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 5 – 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 5 – 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (5 – 6 pro Jahr), also etwa zwei Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

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„Literarische Blogger und -innen gibt es zuhauf, auch wenn kaum mal einer oder eine ein Buch aus dem Verlag hier hinten am Horizont in die Hände bekommt. Macht nix, Hauptsache Long John Silver liest unsere Preziosen. Nun ist es so, dass auch die Welt der Blogs eine der Superlative ist und wen wundert es, dass die Suche nach dem Besten, Schönsten und Weitvernetztesten im Gange ist. Mir persönlich ist nur einer bekannt; ein wenig verrückt ist er, – wie könnte ich ihn sonst kennen –, publiziert er doch seine immer eigenwillig geschriebenen Buchrezensionen – davon kann man sich jederzeit selbst überzeugen – nicht nur auf seinem Blog, sondern schreibt diese zusätzlich und von Hand mit Kugelschreiber wie in ein (B)Logbuch, druckt das Ganze auch noch auf Papier und verschickt diese Flaschenpost, die LITERATURBLATT heisst, per Post, mit Briefmarke und allem, was dazu gehört.“ Ricco Bilger, Verleger

arttv: Das Literaturhaus Thurgau im Porträt

Das Literaturhaus ist ein Treffpunkt für Schreibende und Literaturfreunde – ein Ort, an dem nachgedacht, gearbeitet und diskutiert werden kann.

Hier geht es zum Video:

Mit der Eröffnung des Literaturhauses Thurgau wurde in Gottlieben eine Gedenkstätte für den Schriftsteller Emanuel von Bodman geschaffen, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Bodenseeregion wählte, um hier sein Leben der Schrift zu widmen. Sein Werk umfasst eine Reihe von Dramen, viele Erzählungen, Hunderte von Gedichten sowie Aufsätze zu Kunst und Literatur seiner Zeit. Heute ist das Literaturhaus ein lebendiger Begegnungsort mit Literatur, Kunst und einer eigenen Buchbindewerkstatt.

Literaturhaus Thurgau
Mit dem Literaturhaus Thurgau bietet die Thurgauische Bodman-Stiftung der zeitgenössischen Literatur einen einmaligen Ort für ihre Präsentation: ein Literaturhaus auf dem Land mit einem hochwertigen Programm und einer beeindruckenden Resonanz – ein Treffpunkt für Schreibende und an Literatur Interessierten, ein Ort der Begegnung und des literarischen Gesprächs. Bei seiner Eröffnung im Jahr 2000 war das Bodman-Literaturhaus, heute Literaturhaus Thurgau, nach Basel und Zürich das dritte Literaturhaus in der Schweiz. Durch seine Nähe zu Konstanz hat es eine wichtige Funktion für grenzüberschreitende Begegnungen in der Bodenseeregion.

Handbuchbinderei
Im Bodman-Literaturhaus werden Bücher nicht nur präsentiert, sondern auch gebunden und repariert. In der Handbuchbinderei Merten wird traditionelles Handwerk modern interpretiert. Mit besonderem Blick für die Auswahl und Haptik der Materialien werden bibliophile Einbände gebunden, Künstlerbücher kreiert, Schachteln auf Mass angefertigt und lieb gewonnene alte Bücher restauriert. In der besonderen Atmosphäre der Werkstatt im Bodmanhaus in Gottlieben finden Kurse in kleinen Gruppen statt, in denen die vielseitigen Varianten des Handwerks erprobt werden können.

Das Bodmannhaus
Mittelpunkt und Seele des Dichterhauses ist das nach der Renovation wiedererstandene Arbeitszimmer, das den Besuchern einen vertieften Einblick in das alltägliche Leben des Dichterehepaars Clara und Emanuel von Bodman vermitteln soll. Die Gäste des Bodmanhauses sollen das Gedenkzimmer so vorfinden, wie es verlassen wurde, mit all seinem unverwechselbaren Charme, seiner Bescheidenheit und Eigenheit. Alles ist wieder am angestammten Platz: Das schöne Schreibpult, der volle Bücherschrank, das schlichte Sofa, die sieben bescheidenen Tische und Tischchen, Stühle, Accessoires und der gesamte übrige Schmuck des randvoll gefüllten Zimmers. Das Arbeitszimmer soll den Raum so zeigen, wie ihn Emanuel von Bodman beim Tode hinterlassen hat, und wie er von seiner Gattin Clara in liebevollem Angedenken fast unverändert belassen wurde. Das Interieur ist gemäss dem Charakter des Hauses bewusst nicht restauriert und auf Perfektion getrimmt worden. Die über zwanzig Möbelstücke sind lediglich vom Fachmann gereinigt und wo nötig geflickt worden; einzig den Vorhängen widmete man erhöhte Aufmerksamkeit mit einer aufwendigen Restaurierung.

Büchern eine Stimme geben

Seit zehn Jahren gibt es diese Literaturblätter. Was bewegt dich dazu, mit so viel Aufwand ein Blatt für das gute Buch zu gestalten? 
Am Anfang war immer wieder die Frage nach einem guten Buch, einem Lesetipp, Lesefutter für Ferien. Zudem gab es einen Kurs, bei dem ich am Schluss schriftlich Empfehlungen abgab, auch damals schon vier Bücher. Aber man nahm meine Empfehlungen bloss zur Kenntnis, selbst die Tatsache, dass ich die Rezensionen nicht bloss aus dem Netz kopierte. Altpapier. Dann zeichnte und schrieb ich mein erstes Literaturblatt und die Reaktionen waren umwerfend.

Wie gestaltest du diese Blätter? Sind sie verkleinert? 
Die Blätter sind im Format A4 und Originalgrösse. Ich zeichne und schreibe immer mit schwarzem Kugelschreiber, kann mir Fehler und Korrekturen nur ganz begrenzt leisten. Es kam auch schon vor, dass ich ziemlich weit gereifte Blätter noch einmal beginnen musste. Ich zeichne und schreibe gerne. Und ich bin ein haptischer Mensch. So wie elektronische Bücher für mein Genussverständnis undenkbar sind, bleibt ein Schriftstück und eine Zeichnung das ganz Spezielle.

Wie lange arbeitest du an einem solchen Blatt? Immerhin sind es mittlerweile 52 an der Zahl. 
Die Arbeit beginnt mit der Auswahl der vier Bücher, den Rezensionen. Auf meinen Blog schaffen es Bücher, die mir in irgendeiner Weise gefallen, die ich nicht einfach weglege. Bücher auf meine Literaturblätter schaffen es nur, wenn sie mir ganz besonders ans Herz wachsen, wenn ich glaube, dass sie beinahe jede und jeder gelesen haben muss. Dann brutzelt in meinem Kopf, was und wie ich gestalte, welche Zeichnung aufs neue Literaturblatt gesetzt werden soll. Dann die Suche nach dem Sujet – und dann in meiner Bibliothek am Schreibtisch das konzentrierte Arbeiten mit dem Kugelschreiber. Fertig ist die Arbeit noch lange nicht. Aber es vergehen viele glückliche, intensive Stunden, manchmal über Wochen.

Warum Kugelschreiber? Warum muss die Schrift so klein sein. Unbedingt lesefreundlich erscheint mir ein solches Blatt nicht. Es gab einen schweizer Schriftsteller, Redaktor und Zeichner, der fast alle seine Skizzen und Zeichnungen mit Kugelschreiber fertigte. Vor Jahrzehnten entdeckte ich ihn für mich, begann ihn zu lieben und zu verehren. Arnold Kübler war auch jahrelang Redaktor der Kulturzeitschrift DU, die einst eine ganz andere Bedeutung hatte, als sie es heute neben all den digitalen Medien hat. Arnold Kübler machte Reisen, besuchte Ausstellungen. Er fotografierte kaum, zeichnete stets. Zeichnen als eine Art des Schauens. Und die Schrift ist meine Schrift. Zugegeben ein bisschen angelehnt an die Mikrogramme von Robert Walser. So wie Arnold Kübler war und ist Robert Walser einer der Grossen in meiner Bibliothek, auch im unendlich grossen Regal in meinem Herzen.

52 Literaturblätter. Wie lange soll die Reihe werden? Was bewegt dich jedes Mal, mit einem neuen Blatt zu beginnen? Alle, die einmal mit einer Reihe begonnen haben, wissen, wie schwierig es ist aufzuhören. Das wissen SammlerInnen aller Couleur. Die Literaturblätter sind zu einem «Konzeptkunstwerk» geworden. Sie haben längst eine Eigendynamik bekommen, sind zu etwas geworden, was es sonst kaum mehr gibt. Allein die Tatsache, dass ich sie alle per Post mit ein paar persönlichen Worten auf der Rückseite verschicke, gibt den Blättern den Wert eines Briefes. Und wer bekommt heute noch einen Brief? Ich bekomme Fotos von Menschen, die die Literaturblätter in ihrer Wohnung aufhängen, sogar eingerahmt. Vielleicht sind sie etwas von einer Welt, die unterzugehen droht. Alles bunt, digital, perfekt, billig, schnell… vielleicht ein notwendiger Kontrapunkt zu meinen Rezensionen im Netz. Die analogen Literaturblätter und die digitale Form unter literaturblatt.ch erreichen ganz verschiedene Lesegruppen, geben meiner Arbeit etwas Spezielles.
Und zu meiner Freude hängen sie nun an Wänden, Türrahmen, werden aufbewahrt und gehortet.
Meine grosse Freude aber sind die vielen Reaktionen auf die Literaturblätter. Seien es nun Leserinnen und Leser oder Autorinnen und Autoren; Lesende, die sich bekräftigt fühlen oder einfach nur Freude am Literaturblatt haben – und Schreibende, die sich erkannt und verstanden fühlen!

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literaturblatt.ch Begleiter des Schweizer Buchpreises

«Ich zeichne und schreibe und bin ganz mein Tun.» Gallus Frei-Tomic ist Literaturvermittler, Programmleiter am Literaturhaus Thurgau und «Erschaffer von Literaturblättern». Die Kurzrezensionen in Form von handgefertigter Zeichnung und Schrift heben das Buch in seiner Besonderheit hervor und verleiten zum Innehalten. Bereits 2019 hat Gallus Frei-Tomic für den Schweizer Buchpreis auf literaturblatt.ch gebloggt und dabei etwa gefragt: «Vergiften Wettbewerbe die Literatur? Oder den Literaturbetrieb?» Nun sind wir gespannt auf seine Beobachtungen rund um den diesjährigen Schweizer Buchpreis und fragen ihn: Was wünscht er sich für den Schweizer Buchpreis 2020?

Gallus Frei-Tomic: «Mut! Der Schweizer Buchpreis ist bloss der Schweizer Buchpreis! Mut in der Auswahl zur Shortlist! Mut bei der Preisverleihung. Das beste Buch? Die aktuelle Literatur ist keine steinerne Pyramide mit einer einzigen Spitze, sondern ein bunter, praller Haufen!»

«Das Literaturhaus Thurgau muss noch bekannter werden.»

Der Amriswiler Gallus Frei übernimmt ab dem Sommer die Programmleitung des Literaturhauses Thurgau für die kommenden drei Jahre. Er ist Literaturvermittler aus Leidenschaft und begeistert sich für neue Formate, die er auch in Gottlieben ausprobieren will.

Beitrag auf Thurgaukultur.ch
von Bettina Schnerr

Die berühmte Nacht hat er schon über die Anfrage der Bodman-Stiftung geschlafen, ob er die Programmleitung des Literaturhauses Thurgau übernehmen wolle. Doch die Zusage von Gallus Frei kam schnell, von Herzen und das spürt man, wenn man sich mit ihm darüber unterhält: „Nach meiner Zusage gingen mir sofort zahlreiche Ideen durch den Kopf, die ich alle realisieren wollte,“ erzählt er.

„Ich habe eine lange Liste von AutorInnen, die ich nach Gottlieben einladen will.“ Seine Begeisterung füllt das Programm des ersten Quartals gleich mit drei Veranstaltungen mehr als eigentlich vorgesehen. „Ich kann nichts dafür, dass ausnahmslos alle zusagten, die ich angefragt hatte,“ entschuldigt sich Frei augenzwinkernd.

„Es gibt viele Literaturbegeisterte, die nicht wissen, dass der Kanton ein eigenes Literaturhaus hat.“

Gallus Frei beginnt seine Arbeit für das Literaturhaus Thurgau mit derselben Energie und Verve, mit der er seit vielen Jahren für die Literaturvermittlung tätig ist. Bekannt ist er unter anderem als Blogger, der den Schweizer Buchpreis begleitet sowie als Rezensent, der dem Namen seines Blogs auf besondere Weise Leben einhaucht: Literaturblatt ist nicht nur das Zuhause seiner Buchbesprechungen, sondern auch der Begriff für seine handschriftlich verfassten und illustrierten Rezensionen, die er mehrmals jährlich an Abonnenten verschickt. Soeben versandte er mit dem 50. Literaturblatt eine Jubiläumsausgabe, wie immer verfasst mit kleiner, gleichmässiger Schrift und schwarzem Kugelschreiber.

Literaturvermittlung per Handschrift und gutem Essen

Diese Literaturblätter sind ein Markenzeichen des Amriswilers geworden, abonniert von mittlerweile mehr als 200 Personen aus Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Angefangen hatte er damit, weil die üblichen Computerausdrucke ziemlich lapidar zur Kenntnis genommen wurden. Er probierte eine handschriftliche Version mit grafischer Gestaltung aus und die Rückmeldungen waren, wie er sagt, „umwerfend“. Seither behält er die Technik bei und empfiehlt alle zwei Monate je vier ausgewählte Titel.

Über Jahre hinweg war sein Wohnzimmer auch das Zuhause von „Literatur am Tisch“, einem Format, bei dem er einen Autor oder eine Autorin nach Hause einlud und bei „Leckereien und Wein“ direkt mit seinen Leser:innen in Kontakt brachte. „Als Leser schätze ich die persönliche Begegnung mit einem Autor sehr,“ erzählt Frei. „Das verleiht dem Leseerleben immer eine zusätzliche Dimension.“

Dieses Format will Gallus Frei aus diesem Grund auch ins kommende Programm in Gottlieben aufnehmen. Nicht nur für die Leser:innen, sondern auch, weil seiner Erfahrung nach die Schreibenden diese Begegnungen geniessen: „Bei einer Lesung muss man das Buch nicht kennen und mitunter ist nur das moderierte Gespräch das, was die Zuhörer mit nach Hause nehmen. Doch wenn man mit den Künstlern an einem Tisch sitzt, ergeben sich vertiefte und neue Einblicke in das Werk,“ so sein Fazit.

© Bettina Schnerr

„Ich möchte Bücher mit einer gewissen literarischen Relevanz im Programm haben. Das Buch muss etwas mit mir machen, in mir auslösen.“
Gallus Frei, Programmchef Literaturhaus Thurgau

Was er generell ins Programm holen wird, sind „Bücher mit einer gewissen literarischen Relevanz. Das Buch muss etwas mit mir machen, in mir auslösen,“ beschreibt er sein Auswahlkriterium. Im Genre legt er sich nicht allzusehr fest. Das kommt seiner Idee zugute, künftig bewährte Formate mit neuen Konzepten zu mischen und die beruhen vor allem darauf, dass er verschiedene Sparten miteinander verbinden möchte.

Mit der Übergabe des Staffelstabs von Marianne Sax an Gallus Frei setzt sich zudem ein wichtiges Element in der Literaturvermittlung im Kanton fort: Das Literaturhaus soll stärker im Bewusstsein verankert werden. Sax veranlasste dafür bereits eine klarere Namensgebung, Frei wird die Bestrebungen fortsetzen. „Es gibt viele Literaturbegeisterte, die nicht wissen, dass der Kanton ein eigenes Literaturhaus hat“, stellt Frei immer noch fest. „Dabei ist dieses Angebot schon etwas Besonderes. In der gesamten Schweiz gibt es überhaupt nur sechs Stück und in Gottlieben steht tatsächlich eines der ersten.“

Dass Gallus Frei just in jenem Jahr übernimmt, in dem das Literaturhaus sein zwanzigjähriges Bestehen feiert, ist Zufall. Doch es fügt sich ausgezeichnet, dass das diesjährige Programm ab dem Sommer — da es Corona-bedingt ohne Feierlichkeiten auskommen muss — mit neuen Formaten geschmückt wird.

Den Start im August macht ein Abend mit Kat Menschik. Sie arbeitet als Illustratorin und Bücher mit ihren Bildern haben bei vielen Leser:innen Sammlerstatus. „Der Literaturabend mit ihr verspricht einen anderen Blick auf Literatur und ihre Wirkung,“ sagt Frei. Ein anderes Format folgt im November, wenn er Lyrik mit Musik verknüpfen wird.

Ein Konzept auf Improvisationsbasis, das er in Basel entdeckte: „Die Lyrikerin und die Musikerin treffen sich erst am Tag der Aufführung persönlich und haben einen Tag Zeit, die Lesung zu gestalten. Das Format braucht keine Moderation, ist sehr offen und wegen seiner Spontaneität sehr beliebt.“ Auch die Fans der klassischen Lesungen werden bei Gallus Frei auf ihre Kosten kommen. Das Programm läuft derzeit durch die Druckerpresse und wird Anfang Juli auf der Website des Literaturhauses bekannt gegeben.

Das 50. Literaturblatt ist da!

Liebe Freundinnen und Freunde der «analogen» Literaturblätter,

es ist im da. Das Fünfzigste! Und noch immer bereitet mir das Gestalten, Zeichnen, Ausprobieren, Tüfteln und Schreiben Freude.
Wer im Büchergestell jene 50 mal 4 Bücher stehen hat, die ich bisher auf meinen «analogen» Literaturblättern zur Lektüre anpries, kann versichert sein, in jedem Fall eine ausgesuchte Bibliothek zu besitzen. Immerhin 200 Bücher.

Literaturblatt 1

Vor 10 Jahren habe ich mit den «analogen» Literaturblättern begonnen. Wer nachsehen will, wie sich diese im vergangenen Jahrzehnt entwickelten, kann dies hier nachsehen.

Ich erlaube mir, mit dem Versand des Jubiläumblatts einen Einzahlungsschein beizulegen mit der Versicherung, dass jeder Euro, jeder Franken im Dienste der Literatur eingesetzt wird. In diesen Zeiten erst recht!

Wer meine Literaturvermittlung, sei es das «analoge» Literaturblatt, sei es literaturblatt.ch oder gegenzauber.literaturblatt.ch, meine Arbeit als Vermittler und Veranstalter unterstützen will, kann dies mit einem Beitrag auf folgendem Konto gerne tun. Schon jetzt bedanke ich mich sehr:

Literaturblatt 5

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«Dein Kunstwerk hat den Weg zu mir gefunden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie das alles zusammenpasst – inhaltlich und grafisch. Danke für dieses Geschenk.» Andreas Neeser

«Es ist höchste Zeit, Ihnen zu sagen, wie sehr ich mich jedes Mal über das Literaturblatt freue. Mit herzlichem Dank! F. K.»

Literaturblatt 11

«Cher Monsieur Frei, mon allemand n’est pas très bon, mais assez pour que je sache que vous venez de me faire un très beau cadeau de Noël. Merci beaucoup pour cette magnifique critique. Et je serais ravie bien sûr de recevoir la version papier.» Pascale Kramer 

«Toll! Gratuliere! Ich muss gestehen, dass ich das Literaturblatt nicht kannte und jetzt erst erfahren habe, dass du das handschriftlich gestaltest. Ich bin begeistert und sehr beeindruckt!» Kai Weyand

«Sehr herzlichen Dank für deine hübsche Post» Tim Krohn

Literaturblatt 29

«Mein Briefkasten ist meist leer, nur alle paar Wochen kommt eine Rechnung, Werbung, Behördenbrief, hässliche Post von der Hausverwaltung. Vor einigen Tagen: das Literaturblatt. Vier kleine Texte, einer davon über „Hundesohn“. Handgeschrieben. In einer leicht zur Seite fließenden Schreibschrift, die sich aus dem letzten Jahrtausend auf magische Weise in die digitale Zeit gerettet hat. Das kleeblattförmige H, die filigranen Schlenker an den Buchstaben, ich staune und erinnere mich an meine Schulzeit, ich hatte immer eine Vier in Schrift. Danke, lieber Gallus, für Deine flammende Literaturliebe, den Schwung und die Schnörkel in Deiner Sprache und Deinem Handgelenk.» Sonja M. Schultz

Literaturblatt 39

«Es ist schön, von der Frankfurter Buchmesse zurückzukehren und nach viel Getümmel, Gespräch und Gewese eine in feiner Handschrift verfasste Besprechung eines Lieblingsbuches vorzufinden. Verbindlichsten, besten Dank in die mir liebe Schweiz, Ihre Tanja Warter» C. H. Beck Verlag

Das 49. Literaturblatt

Als Büchermensch werde ich immer wieder um Buchtipps gefragt. Dann steht man da, forscht mit der Person vor Augen in seinem Kopf und muss kurz nach dem Treffen feststellen, dass man dieses oder jenes Buch noch vergessen hat.

Deshalb schreibe ich seit einigen Jahren eigene Kurzrezensionen. Und zwar nur von Büchern, die mir gefallen und die ich auch der Mehrzahl von LeserInnen zutrauen kann. Es fiele mir nicht im Traum ein, ein Buch vorsätzlich „zerreissen“ zu wollen – schon aus blossem Respekt.

Die ersten Jahre schrieb ich die Literaturblätter an meinem Computer. Man nahm die Empfehlungen dankend entgegen. Aber es wird ihnen wie allen Drucksachen ergangen sein.

Seit ein paar Jahren schreibe und zeichne ich sie von Hand und verschicke sie „old school“ per Post an über 200 Leseinteressierte in Deutschland, Österreich, Frankreich und in der Schweiz.

«Dein Kunstwerk hat den Weg zu mir gefunden. Es ist immer wieder erstaunlich, wie das alles zusammenpasst – inhaltlich und grafisch. Danke für dieses Geschenk.» Andreas Neeser

«Ganz ganz tolle Sache übrigens! Einmalig.» Lydia Daher, Lyrikerin

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«Heute habe ich deine Post bekommen! Oooh, wie schön, einen Brief, einen echten Brief zu bekommen! Und alles von Hand geschrieben! Die alte, schöne Zeit!!! Ich habe mich sofort motiviert gefühlt, auch so zurückzuschreiben!» G. V.

 

Das 48. Literaturblatt entsteht!

Wieder vier ganz besondere Bücher, für die ich mich für einen Tag in meine Bibliothek vergrabe und das neue, 48. Literaturblatt gestalte. Ich hoffe, allen AbonnementInnen damit etwas schenken zu können; Vier Bücher, für es sich lohnt, Lebenszeit zu teilen. Ich bin mir sicher!

«Sehr herzlichen Dank für deine hübsche Post, die Micha mir vorgelesen hat, da ich so klein gar nicht mehr lesen kann. Faszinierend, wie gegensätzlich unsere Sicht auf diesen Text ist, den ich mir abgerungen habe wie selten einen, der mir klobig, knochig vorkommt und als das absolute Gegenteil von Auskosten, manchmal fast bis zum Skelett reduziert. Vom Stoff her wäre es ein Roman, aber es war mir fast nicht möglich, zu Sprache zu finden, weil die Welt der Figuren eine fast wortlose ist.» Tim Krohn

«Mein Briefkasten ist meist leer, nur alle paar Wochen kommt eine Rechnung, Werbung, Behördenbrief, hässliche Post von der Hausverwaltung. Vor einigen Tagen: das Literaturblatt. Vier kleine Texte, einer davon über „Hundesohn“. Handgeschrieben. In einer leicht zur Seite fließenden Schreibschrift, die sich aus dem letzten Jahrtausend auf magische Weise in die digitale Zeit gerettet hat. Das kleeblattförmige H, die filigranen Schlenker an den Buchstaben, ich staune und erinnere mich an meine Schulzeit, ich hatte immer eine Vier in Schrift. Danke, lieber Gallus, für Deine flammende Literaturliebe, den Schwung und die Schnörkel in Deiner Sprache und Deinem Handgelenk.» Sonja M. Schultz

«Es ist schön, von der Frankfurter Buchmesse zurückzukehren und nach viel Getümmel, Gespräch und Gewese eine in feiner Handschrift verfasste Besprechung eines Lieblingsbuches vorzufinden: Von Norbert Scheuers „Winterbienen“. Verbindlichsten, besten Dank in die mir liebe Schweiz, Ihre Tanja Warter» C. H. Beck Verlag

Das 47. Literaturblatt ist versandfertig!

Ein Interview mit mir selbst:

Seit ein paar Jahren gibt es diese Literaturblätter. Was bewegt dich dazu, mit so viel Aufwand ein Blatt für das gute Buch zu gestalten? Am Anfang war immer wieder die Frage nach einem guten Buch, einem Lesetipp, Lesefutter für Ferien. Zudem gab es einen Kurs, bei dem ich am Schluss schriftlich Empfehlungen abgab, auch damals schon vier Bücher. Aber man nahm meine Empfehlungen bloss zur Kenntnis, selbst die Tatsache, dass ich die Rezensionen nicht bloss aus dem Netz kopierte. Altpapier. Dann zeichnte und schrieb ich mein erstes Literaturblatt und die Reaktionen waren umwerfend.

Wie gestaltest du diese Blätter? Sind sie verkleinert? Die Blätter sind im Format A4 und Originalgrösse. Ich zeichne und schreibe immer mit schwarzem Kugelschreiber, kann mir Fehler und Korrekturen nur ganz begrenzt leisten. Es kam auch schon vor, dass ich ziemlich weit gereifte Blätter noch einmal beginnen musste. Ich zeichne und schreibe gerne. Und ich bin ein haptischer Mensch. So wie elektronische Bücher für mein Genussverständnis undenkbar sind, bleibt ein Schriftstück und eine Zeichnung das ganz Spezielle.

Wie lange arbeitest du an einem solchen Blatt? Immerhin sind es mittlerweile 47 an der Zahl. Die Arbeit beginnt mit der Auswahl der vier Bücher, den Rezensionen. Auf meinen Blog schaffen es Bücher, die mir in irgendeiner Weise gefallen, die ich nicht einfach weglege. Bücher auf meine Literaturblätter schaffen es nur, wenn sie mir ganz besonders ans Herz wachsen, wenn ich glaube, dass sie beinahe jede und jeder gelesen haben muss. Dann brutzelt in meinem Kopf, was und wie ich gestalte, welche Zeichnung aufs neue Literaturblatt gesetzt werden soll. Dann die Suche nach dem Sujet – und dann in meiner Bibliothek am Schreibtisch das konzentrierte Arbeiten mit dem Kugelschreiber. Fertig ist die Arbeit noch lange nicht. Aber es vergehen viele glückliche, intensive Stunden, manchmal über Wochen.

Warum Kugelschreiber? Warum muss die Schrift so klein sein. Unbedingt lesefreundlich erscheint mir ein solches Blatt nicht. Es gab einen schweizer Schriftsteller, Redaktor und Zeichner, der fast alle seine Skizzen und Zeichnungen mit Kugelschreiber fertigte. Vor Jahrzehnten entdeckte ich ihn für mich, begann ihn zu lieben und zu verehren. Arnold Kübler war auch jahrelang Redaktor der Kulturzeitschrift DU, die einst eine ganz andere Bedeutung hatte, als sie es heute neben all den digitalen Medien hat. Arnold Kübler machte Reisen, besuchte Ausstellungen. Er fotografierte kaum, zeichnete stets. Zeichnen als eine Art des Schauens. Und die Schrift ist meine Schrift. Zugegeben ein bisschen angelehnt an die Mikrogramme von Robert Walser. So wie Arnold Kübler war und ist Robert Walser einer der Grossen in meiner Bibliothek, auch im unendlich grossen Regal in meinem Herzen.

47 Literaturblätter. Wie lange soll die Reihe werden? Was bewegt dich jedes Mal, mit einem neuen Blatt zu beginnen? Alle, die einmal mit einer Reihe begonnen haben, wissen, wie schwierig es ist aufzuhören. Das wissen SammlerInnen aller Couleur. Die Literaturblätter sind zu einem „Konzeptkunstwerk“ geworden. Sie haben längst eine Eigendynamik bekommen, sind zu etwas geworden, was es sonst kaum mehr gibt. Allein die Tatsache, dass ich sie alle per Post mit ein paar persönlichen Worten auf der Rückseite verschicke, gibt den Blättern den Wert eines Briefes. Und wer bekommt heute noch einen Brief? Ich bekomme Fotos von Menschen, die die Literaturblätter in ihrer Wohnung aufhängen, sogar eingerahmt. Vielleicht sind sie etwas von einer Welt, die unterzugehen droht. Alles bunt, digital, perfekt, billig, schnell… vielleicht ein notwendiger Kontrapunkt zu meinen Rezensionen im Netz. Die analogen Literaturblätter und die digitale Form unter literaturblatt.ch erreichen ganz verschiedene Lesegruppen, geben meiner Arbeit etwas Spezielles.

Und zu meiner Freude hängen sie nun an Wänden, Türrahmen, werden aufbewahrt und gehortet.

Meine grosse Freude aber sind die vielen Reaktionen auf die Literaturblätter. Seien es nun Leserinnen und Leser oder Autorinnen und Autoren; Lesende, die sich bekräftigt fühlen oder einfach nur Freude am Literaturblatt haben – und Schreibende, die sich erkannt und verstanden fühlen!

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Für mindestens 50 Fr./€ schicke ich ihnen 10 Nummern der Literaturblätter. Die Literaturblätter erscheinen ca. 6 Mal jährlich.

Für mindestens 100 Fr/€ schicke ich ihnen als Freunde der Literaturblätter 10 Literaturblätter, 6 pro Jahr. Zudem sind sie auf literaturblatt.ch vermerkt.

Für mindestens 200 Fr./€ sind Sie als Gönner stets eingeladen, als Gönner der Literaturblätter auf literaturblatt.ch vermerkt bekommen 10 Literaturblätter (6 pro Jahr), also etwa 1 1/2 Jahre lang und werden einmalig auf Wunsch mit einem Buch beschenkt.

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Internationale Tage für improvisierte Musik und Poesie in St. Gallen? Ein neues Lyrikfestival?

Noch sind die ersten Internationalen Tage für improvisierte Musik und Poesie ein Experiment. Ein Experiment in vielerlei Hinsicht. Nach ersten Erfahrungen mit junger Schweizer Literatur, den Text mit Musik zu vermischen und zu verweben, sowohl dem Text wie der Musik aus dem Moment einen neuen Raum zu erschaffen, wagen wir uns tapfer in eine nächste Runde. Überzeugt davon, dass den klassischen „Wasserglaslesungen“ daraus etwas entgegenzustellen ist, erst recht im Zusammenspiel von Lyrik und Musik, die sich beide ihrer ganz eigenen Instrumente bedienen.

Wer erträgt schon verdichtete Sprache über eine Stunde lang, ein Gedicht nach dem anderen, ein Bombardement von Sinnesspiegelungen, die sich sehr oft einer klaren, ganz einfachen Interpretation entziehen? Aber da es ja sehr oft genau die Art des Schreibens ist, die sich explizit um Klang, Rhythmus, Farbe und Resonanz bemüht, ist es naheliegend, diese zwei Sparten miteinander zu verbinden.

Die Bühne, die wir Lyrik und Musik bieten, ist wenig bespielt. Selbst an grossen Festivals wie den Solothurn Literaturtagen oder dem Lyrikfestival Basel sind Veranstaltungen, die über die klassische Rezitation hinausgehen, selten. Und da erste Erfahrungen, beispielsweise mit der österreichischen Dichterin Margret Kreidl mehr als positiv ausfielen, wagen wir uns in dieses Abenteuer, zumal die im kommenden November eingeladenen KünsterInnen klingende Namen haben: Wolfgang Hermann aus Wien, Michelle Steinbeck aus Hamburg (Basel), Ariane von Graffenried aus Bern und Thilo Krause aus Zürich.

Ob daraus ein Lyrikfestival in eigenem Format mit Tradition wird, entscheiden nicht zuletzt die Kulturinteressierten aus der Ostschweiz, ob sie sich verführen, zu akustischen Abenteuern locken lassen. In einer Zeit, in der man sich um echte Emotionen so sehr bemüht, ist eine Veranstaltung mit Lyrik und improvisierte Musik genau das Richtige. Im Theater 111 in St. Gallen wachsen Welten zusammen!

L111 sind Christian Berger (Sound), Dominic Doppler (Takt), Gallus Frei-Tomic (Konzept) und Flavia Steinlin (Marketing & Kommunikation). Mehr Informationen unter l111.ch oder christianberger.ch.