Der 42., analoge, gezeichnete und gestaltete Literaturblatt wird!

Die Zeichnung ist gemacht. Die vier Schriftstellerinnen und Schriftsteller und ihre herausragenden Bücher ausgewählt.

Ein Interview mit mir selbst:

Seit ein paar Jahren gibt es diese Literaturblätter. Was bewegt dich dazu, mit so viel Aufwand ein Blatt für das gute Buch zu gestalten? Am Anfang war immer wieder die Frage nach einem guten Buch, einem Lesetipp, Lesefutter für Ferien. Zudem gab es einen Kurs, bei dem ich am Schluss schriftlich Empfehlungen abgab, auch damals schon vier Bücher. Aber man nahm meine Empfehlungen bloss zur Kenntnis, selbst die Tatsache, dass ich die Rezensionen nicht bloss aus dem Netz kopierte. Altpapier. Dann zeichnte und schrieb ich mein erstes Literaturblatt und die Reaktionen waren umwerfend.

Wie gestaltest du diese Blätter? Sind sie verkleinert? Die Blätter sind im Format A4 und Originalgrösse. Ich zeichne und schreibe immer mit schwarzem Kugelschreiber, kann mir Fehler und Korrekturen nur ganz begrenzt leisten. Es kam auch schon vor, dass ich ziemlich weit gereifte Blätter noch einmal beginnen musste. Ich zeichne und schreibe gerne. Und ich bin ein haptischer Mensch. So wie elektronische Bücher für mein Genussverständnis undenkbar sind, bleibt ein Schriftstück und eine Zeichnung das ganz Spezielle.

Wie lange arbeitest du an einem solchen Blatt? Immerhin sind es mittlerweile 42 an der Zahl. Die Arbeit beginnt mit der Auswahl der vier Bücher, den Rezensionen. Auf meinen Blog schaffen es Bücher, die mir in irgendeiner Weise gefallen, die ich nicht einfach weglege. Bücher auf meine Literaturblätter schaffen es nur, wenn sie mir ganz besonders ans Herz wachsen, wenn ich glaube, dass sie beinahe jede und jeder gelesen haben muss. Dann brutzelt in meinem Kopf, was und wie ich gestalte, welche Zeichnung aufs neue Literaturblatt gesetzt werden soll. Dann die Suche nach dem Sujet – und dann in meiner Bibliothek am Schreibtisch das konzentrierte Arbeiten mit dem Kugelschreiber. Fertig ist die Arbeit noch lange nicht. Aber es vergehen viele glückliche, intensive Stunden, manchmal über Wochen.

Warum Kugelschreiber? Warum muss die Schrift so klein sein. Unbedingt lesefreundlich erscheint mir ein solches Blatt nicht. Es gab einen schweizer Schriftsteller, Redaktor und Zeichner, der fast alle seine Skizzen und Zeichnungen mit Kugelschreiber fertigte. Vor Jahrzehnten entdeckte ich ihn für mich, begann ihn zu lieben und zu verehren. Arnold Kübler war auch jahrelang Redaktor der Kulturzeitschrift DU, die einst eine ganz andere Bedeutung hatte, als sie es heute neben all den digitalen Medien hat. Arnold Kübler machte Reisen, besuchte Ausstellungen. Er fotografierte kaum, zeichnete stets. Zeichnen als eine Art des Schauens. Und die Schrift ist meine Schrift. Zugegeben ein bisschen angelehnt an die Mikrogramme von Robert Walser. So wie Arnold Kübler war und ist Robert Walser einer der Grossen in meiner Bibliothek, auch im unendlich grossen Regal in meinem Herzen.

42 Literaturblätter. Wie lange soll die Reihe werden? Was bewegt dich jedes Mal, mit einem neuen Blatt zu beginnen? Alle, die einmal mit einer Reihe begonnen haben, wissen, wie schwierig es ist aufzuhören. Das wissen SammlerInnen aller Couleur. Die Literaturblätter sind zu einem „Konzeptkunstwerk“ geworden. Sie haben längst eine Eigendynamik bekommen, sind zu etwas geworden, was es sonst kaum mehr gibt. Allein die Tatsache, dass ich sie alle per Post mit ein paar persönlichen Worten auf der Rückseite verschicke, gibt den Blättern den Wert eines Briefes. Und wer bekommt heute noch einen Brief? Ich bekomme Fotos von Menschen, die die Literaturblätter in ihrer Wohnung aufhängen, sogar eingerahmt. Vielleicht sind sie etwas von einer Welt, die unterzugehen droht. Alles bunt, digital, perfekt, billig, schnell… vielleicht ein notwendiger Kontrapunkt zu meinen Rezensionen im Netz. Die analogen Literaturblätter und die digitale Form unter literaturblatt.ch erreichen ganz verschiedene Lesegruppen, geben meiner Arbeit etwas Spezielles.

Und zu meiner Freude hängen sie nun an Wänden, Türrahmen, werden aufbewahrt und gehortet.

Meine grosse Freude aber sind die vielen Reaktionen auf die Literaturblätter. Seien es nun Leserinnen und Leser oder Autorinnen und Autoren; Lesende, die sich bekräftigt fühlen oder einfach nur Freude am Literaturblatt haben – und Schreibende, die sich erkannt und verstanden fühlen!

Sind Sie interessiert?

Sie können die Literaturblätter abonnieren:
Gallus Frei-Tomic
LITERATURPORT Amriswil
St. Gallerstrasse 21
8580 Amriswil

oder via „Kontakt“

Das 40. Literaturblatt ist auf dem Weg zu Dir!

«Lieber Gallus, seit einiger Zeit erhalte ich von dir das persönlich geschriebene Literaturblatt und habe es bis vor ganz kurzem nicht so richtig geschätzt, was ab sofort anders geworden ist. Deshalb: vielen Dank und Bewunderung für deinen Einsatz für unsere Literatur.»

«Ihre Literaturblätter sind sehr beeindruckend! Ich habe sie auf Ihrer Webseite gesehen; schon in diesem kleinen Format entfalten sie eine eigene Wirkung.» Melinda Nadj Abonji

«Danke Ihnen auch herzlich für das Literaturblatt, das angekommen ist. Ich finde das wirklich sehr schön mit den handschriftlichen Kritiken, und es zeigt Ihre Hingabe und Wertschätzung für die Literatur. Vielen Dank und bis bald. Herzliche Grüße, Carmen Stephan»

«Lieber Herr Frei, ich habe ihr wunderbares, einzigartiges Literaturblatt erst vor Kurzem entdeckt und bin begeistert von ihrer Leidenschaft und Kreativität für die Literatur. Ich liebe es zu lesen und bin immer wieder dankbar für Buchbesprechungen, die mir die Entscheidungen in der Buchhandlung erleichtern. Arja Lobsiger»

«Lieber Herr Frei-Tomic, vielen Dank für das Literaturblatt aus Papier! Ist es alles mit Handschrift? Sehr schön und elegant. Viele Grüsse aus Lausanne, Marie-Jeanne Urech»

«Ist da! Tausend Dank! Sehr schön! Lydia Daher»

August 2018: Catalin Dorian Florescu liest in Amriswil!

Die Reihe der Hauslesungen wird fortgesetzt. Mitte August liest Catalin Dorian Florescu aus seinem bei C. H. Beck erschienen Erzählband „Der Nabel der Welt“ und seinem Essayband „Die Freiheit ist möglich“ aus dem Residenz Verlag. Die Veranstaltung beginnt wie immer mit einem Apéro um 11 Uhr. Auf die Lesung folgt ein Gespräch mit dem Autor und im Anschluss, wieder bei einem Glas Wein, ist Platz für ganz persönliche Gespräche. Ein Büchertisch steht zur Verfügung!

Genauere Informationen folgen. Eine Anmeldug ist wegen beschränkter Platzzahl unbedingt erforderlich! info@literaturblatt.

Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timişoara in Rumänien, lebt als freier Schriftsteller in Zürich. Er veröffentlichte die Romane «Wunderzeit» (2001), «Der kurze Weg nach Hause» (2002) und «Der blinde Masseur» (2006). Er erhielt zahlreiche Stipendien und Preise – u. a. den Anna Seghers-Preis und 2011 den Schweizer Buchpreis. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Josef von Eichendorff-Literaturpreis für sein Gesamtwerk geehrt.

Rezension von „Der Nabel der Welt“ auf literaturblatt.ch

«Literatur am Tisch» mit Jens Steiner und seinem Roman «Mein Leben als Hoffnungsträger»

Am Montag, 15. Januar 2018, liest und diskutiert Jens Steiner. Alle Interessierten sind zu dieser ganz «privaten» Runde eingeladen. Um 19 Uhr zu Wein, Brot und Käse am grossen Esstisch an der St. Gallerstrasse 21 in Amriswil TG! Einzige Voraussetzung für eine Teilnahme: Sie sollten das Buch gelesen haben! Melden Sie sich an und seien Sie dabei. 30 CHF inkl. Konsumation. info@literaturblatt.ch.

Rezension auf literaturblatt.ch!

Unregelmässig findet an unserem grossen Esstisch «Literatur am Tisch» statt: Eine Autorin oder ein Autor wird zusammen mit seinem neusten Buch zu Tisch geladen, ebenfalls maximal 10 Gäste, die das Buch gelesen haben. Man trinkt ein Glas Wein (oder mehr), geniesst Häppchen aller Art und unterhält sich, setzt sich angeregt und manchmal auch kritisch mit dem Buch, dem Schreiben, dem Lesen und der Literatur auseinander. Kosten für Teilnehmende inkl. Nachtessen und Getränke mind. 30 Fr., Beginn 19 Uhr

«Literatur am Tisch» soll Leserinnen, Leser und Autorinnen und Autoren an einen Tisch bringen, die Möglichkeit bieten, sich in ein echtes Gespräch, einen für beide Seiten zum Gewinn werdenden Austausch einzulassen. Traditionelle Lesungen oder Gespräche lassen Lesende auf Distanz, bieten kaum die Gelegenheit, eigene Lesarten, Gedanken miteinzubringen.»

«Lesungen auf einer Bühne sind das eine. Im intimen Rahmen von Gallus‘ und Irmgards Literatur-am-Tisch-Abenden ist man der mitdiskutierenden Leserschaft ungleich ausgelieferter, da Künstlergarderobe als Rückzugsmöglichkeit, erhöhte Bühne als distanzschaffendes Element und blendende Scheinwerfer fehlen, welche die Fragestellenden anonymisieren. Im besten Fall – und so einer lag bei meinem Besuch vor – erlaubt so eine Konstellation ein vertieftes Eintauchen, eine angeregte, kritische Diskussion, bei der man als Autor gezwungen wird, sich wieder einmal ganz grundsätzliche Fragen zum eigenen Werk zu stellen. Besonders ergötzlich gestaltet sich so eine Auseinandersetzung bei gutem Essen und feinem Wein am Tisch der Gastgeber in Amriswil.» Frédéric Zwicker

«So eine Literatur am Tisch sollte es überall geben. Meiner Meinung nach schreiben viele Autor/innen genau für sie: Menschen, die sich vertieft und intensiv, mit viel Liebe und Neugier, mit Literatur auseinandersetzen. Der Runde am 17. August war die bei vielen vorhandene jahrelange Erfahrung mit Diskussionen und Reflexion über Texte anzumerken. Mit Sorgfalt bitten die Gastgeber Gallus und Irmgard zu Tisch, und schon ganz bald ist man mitten in publizistischen und literarischen Fragen: Wer bestimmt das Cover eines Buches? Warum trägt es genau den Titel? Wie viel hatte die Autorin dazu zu sagen? Wie ist die Idee zum Text entstanden, wie erlebte ich die Schreibarbeit an einem Thema, das einem wohl nicht anders als unter die Haut gehen muss. Warum diese Erzählperspektive? Und wie spiegeln sich die Leser/innen im Text, den sie lesen? Diese und viele andere Fragen haben wir diskutiert. Dabei war es für mich immer wieder auch spannend, einfach zuzuhören, zu erfahren, wie unterschiedliche Menschen einen Text lesen und darauf reagieren. Ich bin reich beschenkt nach Hause gefahren. Danke!» Bettina Spoerri

Das 39. Literaturblatt hat sich entpuppt!

Vier spezielle Bücher von vier beeindruckenden Autorinnen und Autoren. Drei junge Schriftstellerinnen; eine aufstrebende Österreicherin, eine schon sehr erfolgreiche Norwegerin von den Lovoten und eine Schweizerin, die in einem Kleinverlag ein erstaunliches Debüt in die Buchhandlungen schickt. Und ein Arzt und Dichter aus Bern, der im vergangenen September seinen 70. Geburtstag feiern konnte.

Bei der Auswahl der vier Namen und vier Bücher, die jeweils auf ein Literaturblatt kommen, lasse ich mich ganz von der Intuition leiten. Es sind Bücher, die bleiben. Die nicht einfach entschwinden, wenn ich sie ins Regal schiebe. Im Gegenteil; solche, denen ich gerne einen ganz besonderen Platz geben will – auf dem neuen Literaturblatt.

Heute Bücher schreiben, über Jahre recherchieren, an der Geschichte bleiben, mit sich und dem Text ringen, den Bettel nicht hinschmeissen, nicht wissen, was aus den Papierbündeln einmal werden wird, ob sich je jemand dafür interessieren werde und schlussendlich kaum etwas damit verdienen, ausser ganz wenigen.

Heute Bücher verlegen, Bücher auf den Markt, bringen, an Texte so sehr glauben, dass man sich in ein finanzielles Abenteuer stürzt, sich mit Leib und Seele dem Büchermachen verschreiben, wohl wissend, dass man damit mit Sicherheit nie einen Mercedes finanzieren kann, dem Wort, dem Satz, dem Gedicht, dem Text, der Geschichte, dem Theater ein Bühne geben.

Heute Bücher verkaufen, einen Buchladen führen, den Mut haben, Amazon zu trotzen, dem grossen Moloch, der alles zu schlucken droht, nicht nur die kleinen, unabhängigen Buchhandlungen, sondern auch die Freiheit und Würde jener, die bei Onlineriesen arbeiten müssen.

Heute an die Leserin und den Leser glauben, dass es sie gibt, noch immer gibt, dass sie nicht aussterben, jene, die zur Unterhaltung lesen, aber auch jene, die von Literatur erschüttert und gerüttelt werden wollen, jene, die sich begeistern lassen möchten, die ein Buch auch mit dem Wissen kaufen, dass dahinter eine Dichterin, ein Dichter steht, ein Verlag, niemand, der sich bereichern will, aber viele, die uns bereichern wollen. Jene, die kaufen – Bücher – gebundene Bücher!

Zwischen Weihnachten und Neujahr wird das 39. Literaturblatt per Post, mit Briefmarke und Couvert verschickt. Wer es auch zugeschickt bekommen möchte, melde sich unter:

info@literaturblatt.ch

oder

Gallus Frei-Tomic
Literaturport Amriswil
St. Gallerstrasse 21
CH 8580 Amriswil

weitere Informationen

das 38. Literaturblatt: „Ich habe ihr wunderbares, einzigartiges Literaturblatt erst vor Kurzem entdeckt und bin begeistert von ihrer Leidenschaft und Kreativität für die Literatur. Ich liebe es zu lesen und bin immer wieder dankbar für Buchbesprechungen, die mir die Entscheidungen in der Buchhandlung erleichtern.“ Arja Lobsiger

Ein Abend unter dem Mond mit Marianne Künzle

„Lesen geht durch den Magen – gestern Abend zum Beispiel auf Einladung von literaturblatt.ch. Die unvergessliche Candle-light-Dinner-Lesung im Bistro Cartonage in Amriswil. Die kulinarischen Höhenflüge wie Brennnesselchips, Hagebuttencrème, Senfkraut auf Randenrisotto, Kräuterschnaps zum Abrunden. Das aufmerksame Publikum, die überraschenden Gespräche, die tolle Moderation. Und der satte Vollmond hinter Regenwolken. Schön war’s!“ Marianne Künzle

Fotos: Sandra Kottonau

Zora del Buono in Amriswil, «Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt»

Zora del Buono beehrte Amriswil, las an der St. Gallerstrasse aus ihrem neusten Roman «Hinter Büschen, an eine Hauswand gelehnt» und ihrem Baumgigantenbuch «Das Leben der Mächtigen» vor. Eine Matinee vor ausgesuchtem Publikum, an einem wunderschönen Sonntag. Genuss pur!

«Einen besseren Start in den Frühling könnte man sich gar nicht wünschen: Eine bezaubernde Fahrt durch den Thurgau, eine handschriftlich verzierte Mauer, ein Haus, dekoriert wie eine Wundertüte, gefüllt mit netten Leuten, die zu aufmerksamen Zuhörern werden. Dazu noch Traubensaft, Wein und Käse. Und als Krönung jede Menge gute Gespräche. Das war ein wirklich schöner Anlass. Vielen Dank.» Zora del Buono

mit der Schriftstellerin Marianne Künzle

«Manchmal, je nach Tagesverfassung, befällt einen die Schüchternheit, in sehr kleinem Rahmen unter Menschen die man nicht kennt. Nicht bei Irmgard und Gallus, wo Gespräche entstehen, Begegnungen – einfach so!» Marianne Künzle

mit dem Musiker und Komponisten Daniel Schneider

Das 33. Literaturblatt ist druckfertig!

Liebe Freundinnen und Freunde der Literaturblätter

Die Schar der Empfängerinnen und Empfänger der Literaturblätter wächst stetig. Was zu Beginn eine Idee war, wächst sich zu einer richtigen Serie aus, zu einer Arbeit, zu etwas Besonderem. Die Blätter brauchen Zeit; Zeit zum Lesen, Auswählen, Zeichnen, Schreiben, Drucken, Einpacken, Adressieren und Verschicken. Dass es immer mehr Menschen gibt, die mich dabei mit Komplimenten, Zuspruch, Ermunterungen und Geld unterstützen, freut mich sehr und macht mich stolz.

So ist literaturblatt.ch nicht einfach nur ein Blog, sondern ein Veranstalter, ein Vernetzer, eine Plattform und eine kleines, eigenwilliges Schreibwerk, das so ganz anders ist, als alles andere, was für das gute Buch wirbt.

Zwei Reaktionen auf das 32. Literaturblatt:

«Lieber Herr Frei-Tomic,
haben Sie vielen Dank für den schönen Beitrag. Überhaupt gefällt mir Ihre Seite sehr gut, wie auch die Literaturblätter; eine wunderbare Idee, finde ich, Büchern derart fein ein kleines Denkmal zu setzen. Ihnen alles Gute, herzlich grüsst
Ursula Fricker»

«Lieber Herr Frei-Tomic,
haben Sie vielen Dank für Ihr genaues Lesen, auf das ich – und jeder, der veröffentlicht, angewiesen bin. Herzliche Grüße,
Reinhard Kaiser-Mühlecker»

Vielen Dank!

In der Rubrik «Literaturblätter Übersicht» sind alle bisher erschienen Literaturblätter sichtbar. Wer das 33. Literaturblatt mit der Post «old school» zugesandt bekommen möchte, kann dieses bestellen über das Kontaktformular der Webseite,

über gallus.frei-tomic@gmx.ch

oder «old school» per Post:
Gallus Frei-Tonic
Literaturport Amriswil
St. Gallenstrasse 21
8580 Amriswil

9. Hauslesug mit Dominique Anne Schuetz

Sie sind eingeladen!

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Am Samstag, 22. Oktober, von 11 bis ca. 12.30 Uhr, liest die Schriftstellerin Dominique Anne Schuetz aus ihrem Roman «Von einem, der auszog, die Welt zu verschieben» an der St. Gallerstrasse 21 in Amriswil. Sie sind herzlich dazu eingeladen.

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Die Platzzahl für die Hauslesung ist begrenzt. Melden Sie sich bitte an mit dem Kontaktformular oder unter der Telefonnummer 071 695 36 69 oder unter gallus.frei-tomic@gmx.ch.

 

Rolf Lappert wird noch lange nachhallen!

Am 9. April 2016 las Rolf Lappert aus seinem neuesten Roman «Über den Winter» in Amriswil. Zur 8. Hauslesung trafen sich mehr als zwei Dutzend LauscherInnen in unserer Stube, um Lennard Salm zurück nach Hause zu begleiten.

Im Herbst 2012 war es die Claudia Schreiber, im Frühling 2013 Patrick Tschan, im Herbst 2013 Jens Steiner, im Frühling 2014 Yusuf Yesilöz, im Herbst 2014 Christine Fischer, im Frühling 2015 Andreas Neeser, im Herbst 2015 Michèle Minelli und im Winter 2015 Margrit Schriber.

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Zum Buch: Lennard Salm ist fünfzig, als Künstler durchaus erfolgreich, wenn auch nicht er- und ausgefüllt. Er dümpelt bei Freunden in einer Ferienkolonie am Mittelmeer und sucht nach Strandgut (nicht bloss metaphorisch gemeint) bis ihn zwei Ereignisse aus der Ausweglosigkeit reissen: Ein totes, angeschwemmtes Kind (Das Buch nahm das schreckliche Foto voraus!) und die Nachricht, dass seine ältere Schwester gestorben ist. Salm kehrt zurück nach Hamburg in ein Haus in Wilhelmsburg, wo sein Vater immer mehr auf Hilfe angewiesen ist. Mir als Leser wird dabei nicht nur der Mikrokosmos eines Hauses ausgebreitet. Rolf Lappert versteht es meisterlich, Szenen kunstvoll und genau zu schildern und tief in das Wesen eines ganzen Reihe von Personen einzudringen, nicht nur in jene des Rückkehrers Lennard Salm. Wer stand nicht schon einmal vor der Fassade eines Hauses und dachte sich, was da wohl alles gelebt wird. Salm kehrt zurück zu seiner Familie, die ihn verloren hatte, zurück in eine Rolle, die Salm abgestreift hatte, mit der wachsenden Erkenntnis, dass nichts wichtiger sein kann als Familie. Salm ordnet neu, diesmal nicht Strandgut für Kunst, sondern einen Platz, an dem er kein Gesicht wahren muss.

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Rolf Lappert: Ich las in ihrer gemütlichen, bis auf den letzten Sitzplatz besetzten Stube, und es war sehr schön und heimelig, ganz anders als in einem großen Saal vor fünfzig oder hundert Menschen, intimer natürlich und auch intensiver, weil näher. Eine gute Erfahrung. Nur die drei Gläser Rotwein um elf Uhr morgens sollten nicht zur Gewohnheit werden. Danke, Irmgard und Gallus und allen, die nach Amriswil gekommen sind.

Ich danke auch, all denen, die mit ihrer Unterstützung und ihrem Besuch zum Gelingen dieser Lesung beitrugen, uns trotz grossem Aufwand Mut machen ganz speziell meiner Frau Irmgard!

Fotos: Philipp Frei