Von ganz unten, weit hergeholt schnappt es plattenförmig auf und zu.
Graue Mäuler am Lecken, Fletschen
Schlangenzungen im Innenraum jeden Mundes,
Schlangenhaufen im Schmelz ohne Zähne, ohne Zahn, ohne Krone am Schnappen auf und zu, sichtbar ist nur ein Schlangengehäufe, am Heulen?
Nach oben greifend ohne Augen, wo sind die Augen? Kein Sehen ist möglich.
Über ihnen billardische Flächen weit und breit, große Flächen überzogen mit Kugeln.
Weiß beerdete Kugeln, halsförmig am Brüllen: Ich bin besser als Du! Ich kann mehr als Du! Ich bin wichtiger als Du! Ich bin größer als Du!
Im Abstoßen, gegenseitig, billardisch, hin und her gestoßen am Brüllen und Schmeißen nacheinander mit Klumpen beschmutzen.
Jeder Knall ein Wort? Nach oben gerichtet, halsförmig.
Oben jongliert etwas, das Jonglieren von Pfoten, Händen, Fingern und Zehen am Spielen mit den Zähnen, goldenen Zähnen. Am Herumwirbeln mit dem Gold der Zähne, mit den Augen, viele bunte Steine wie Augen blühen auf, in der Luft am Springen, Wirbeln, Tanzen miteinander.
Metallische Pfoten, festgezurrt auf Kieselstein, halten alles fest, halten Zähne, Augen alles in ihrem Handinneren, in Ihren Handflächen fest.
Wo ist der Rumpf? Wo ist der Körper, das Tier? Wo sind die Pfoten? Wo sind die Augen? Wo ist der Körper? Wo ist das Tier?
Am Himmel ganz weit hinten, nein oben, der Mond, die Weite des Himmels, da scheint eine Bildfläche auf, ein Bildschirm, nein Bildschirme am Flimmern, ein Herz am Flimmern.
Gespickter Rumpf am Pochen, Herzpochen, alles im Bildschirm, in Bildschirmen am Flimmern auf direkter Mondfahrt, in Raserei zum Mond.
Dort ausruhen? Das Flimmern, Herzgerüste, alles abstellen auf dem Mond, den Monden?
Dann ein kräftiges Lachen, über alles, was brüllt und wirbelt, es auslachen bis das Flimmern still ist, bis es lacht und höhnt im Mondsand, bis es dunkel wird auf dem Mond, im Himmel, auf verlorener Erde, bis es dunkel ist im Herzflimmern, in den Augen, im verlorenen Tier.
Bis es dunkel ist im Mondsand des Sieges.
Bis es dunkel ist.

Eva Strautmann lebte nach dem Abitur in Grossbritannien. Sie ist Autorin, Künstlerin und Dozentin. Während des Studiums der Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin war sie zunächst als Tutorin und anschliessend als künstlerische Mitarbeiterin an der Hochschule der Künste Berlin tätig. Nach ihrer Tätigkeit als Regieassistentin am Berliner Ensemble folgte ein Umzug nach Frankfurt am Main. Im September 2005 hatte sie eine grosse Einzelausstellung in der Heussenstamm – Galerie am Römer in Frankfurt am Main unter dem Titel „Im Schreiben gehen – Im Malen schauen», bei der sie Bilder und Prosa-Texte kombinierte.
Beitragsbilder © Eva Strautmann (zwei Kunstwerke aus der Reihe: Bue 1-4, Öl auf Leinwand)
