Michael Hugentobler mit «Bis die Bären tanzen» bei Literatur am Tisch

«Literatur am Tisch»; Es sitzen bis 15 Personen zusammen mit einer Autorin oder einem Autor um einen gedeckten Tisch und diskutieren über das gelesene Buch – und weit darüber hinaus – wie immer, wenn über Bücher gesprochen wird – über das Leben.

Ich hole Michael Hugentobler am Bahnhof Amriswil ab, weil ich weiss, dass die Zeit zwischen Zugeinfahrt und Busabfahrt knapp ist. Beim Einsteigen in den Bus fragt mich Michael Hugentobler: Was erwartet mich heute Abend? Ich versuche, zu klären, erzähle von einer langen Tradition, dem Glücksgefühl, dass sich stets nach solchen Abenden einstellt und von der Nähe, die sich unerwartet einstellen kann, eine Nähe, die beseelt. Mittlerweile gehen wir auf das Mehrfamilienhaus zu, in dem meine Frau und ich seit bald einem Jahrzehnt wohnen. Ach, das ist bei dir zuhause?!

Es sind noch 40 Minuten, bis alle Gäste um den Tisch sitzen werden. Michael und ich spazieren durch die Wohnung an den Bücherregalen vorbei. Für einmal ein Besucher, der sich mehr für die Regale und deren Machart interessiert – die schiere Masse an Büchern für selbstverständlich nimmt, was eine ganze Reihe immer wiederkehrender Fragen unnötig macht.

Leserinnen und Leser treffen ein, die Schuhe reihen sich vor der Eingangstüre. Man setzt sich an den langen Tisch; Brot, Wein, Käse, Früchte und Salami – und Michael Hugentobler beginnt zu erzählen. Von der Schlange an der Decke während einer einsamen Geburt in einer Hütte mitten im Dschungel. Von einer weitverzweigten, jüdischen Familie. Von der Suche nach dem Glück und einer Geschichte, die in 30 Jahre lang begleitete.

(Übrigens; Der Mann auf der kleinen Fotographie hinter Michael Hugentobler ist jener Mann, dem ich meine Begeisterung für Literatur verdanke, der das Feuer entzündete, für den ich auch 7 Jahre nach seinem Tod unsägliche Dankbarkeit empfinde – Werner Hegglin.)

Schnell wurde klar, wie viel Michael Hugentobler mit seinen Romanen aus seinem Leben erzählt, auch wenn sie fiktionalisiert sind. Da schreibt einer, der einen langen Weg gegangen ist, auch geographisch, der sich kämpferisch zeigt, der weiss, wo die wahren Schätze eines Lebens liegen.

Lieber Gallus, liebe Irmgard, vielen Dank für diesen Abend voller interessanter Fragen. Gerne wieder – so machen Gespräche über Literatur wirklich Spass! Herzlich Michael Hugentobler 

Vielen herzlichen Dank für die familiäre Literaturrunde bei euch mit dem sympathisch unkomplizierten, weltoffenen Schriftsteller Michael Hugentobler. Wir haben viel über sein Buch «Bis die Bären tanzen» erfahren. Diese überraschende, manchmal fantastische Familiensaga hat uns berührt und gedanklich auf eine wunderbare Reise mitgenommen. Wir haben den Abend genossen. M. & H. Schneider

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Beitragsbilder © Sandra Kottonau