Sprache finden, Worte und Silben, einen Klang, der den Text trägt - ein Anliegen von Literatur, aber eben auch Voraussetzung für das Miteinander im gelingenden Gespräch. In den Lesekreisen in St. Gallen am ersten Julitag gelang es wieder einmal auf wundersame Weise: Reden über ein Buch, von Sommer und Schatten; im Austausch sich nähern, in behutsam gewählten Worten, im Andern das Eigene finden, aber auch die Öffnung zu dem, was alle angeht, die Fragen nach dem Woher und Wohin, nach dem Gelebten und Versäumten.
Dass man so ins Gespräch findet, unangestrengt, fast beiläufig, das ist immer dann möglich, wenn da einer ist, der heranführt, dem Text verpflichtet, der Freude am Lesen, der Leidenschaft. Einer wie Gallus.
